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Hier kracht‘s: Über den Umgangston am Wertstoffhof gab es zuletzt offenbar einige Beschwerden.

Rauer Ton, schlechter Service

Nach Beschwerden über Wertstoffhof: Stadt verteilt Fragebögen an Kunden

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Einige Kunden scheinen sich zuletzt über Umgangston und Service am Wertstoffhof beschwert zu haben. Jetzt verteilt die Stadt Fragebögen, um zu erfahren, wie zufrieden die Kunden sind.

+++ Update vom 8. August:

Ein rauer Umgangston und verbesserungswürdiger Service: Zuletzt häuften sich die Beschwerden über den Wertstoffhof in Unterschleißheim (wir berichteten). Die Stadt möchte nun wissen, wo der Schuh wirklich drückt. Helfen soll eine Umfrage, die in Erfahrung bringen soll, wie zufrieden die Kunden mit den angebotenen Leistungen, den Öffnungszeiten sowie der Verständlichkeit der Beschilderung sind. 

Die Umfrage wird vor Ort auf dem Wertstoffhof stattfinden. Mitarbeiter der Stadt teilen Fragebögen aus und nehmen diese auch wieder entgegen. Darüber hinaus ist eine Beteiligung mit einem Online-Formular auf der Homepage möglich. Die Befragung läuft ab sofort bis 11. Oktober.

Der ursprüngliche Artikel

Unterschleißheim – Der Service am Wertstoffhof Unterschleißheim muss besser werden – und der Ton freundlicher. Darauf dringt die CSU-Stadtratsfraktion in einem Antrag. „Die Nutzung der Wertstoffsammelstelle darf kein Ärgernis sein“, heißt es dort als Begründung. Viele Unterschleißheimer hätten in letzter Zeit den Service an der Wertstoffsammelstelle bemängelt. „Diese Beschwerdezahl ist zu hoch, als dass ein Irrtum vorliegen kann“, sagen die Antragsteller.

Sie haben durchaus beide Seiten im Auge. „Die Mitarbeiter am Wertstoffhof müssen in die Lage versetzt werden, den Wünschen der Kunden auch zu entsprechen“, formuliert es Zweiter Bürgermeister Stefan Krimmer diplomatisch. Fingerspitzengefühl ist bei diesem Thema auch nötig, wie eine sehr emotionale Debatte in der Facebookgruppe „Unterschleißheim 85716“ gezeigt hat. „Gelinde gesagt herrscht am Wertstoffhof oft ein rauer Ton“, sagt Krimmer. Das Personal muss auf Ordnung und Haftungsfragen achten, klar. Aber auch Kundenwünsche sollten stärker berücksichtigt werden, meint die CSU. Wobei Stefan Krimmer weiß: „Kunden machen auch nicht immer alles perfekt.“

Wertstoffhof Unterschleißheim: Kunden sind nicht immer schuldfrei

Ein Beispiel: Ausrangierte Möbel dürfen nur zerlegt in den Sperrmüllcontainer. Wenn jetzt eine alte Dame mit einem ganzen Schrank ankomme, müsse das Personal sie wieder heimschicken, samt Möbelstück. Vor Ort dürfe sie das Teil nicht zerlegen oder zerlegen lassen, sonst bleibe vielleicht eine Schraube liegen, die ein Auto beschädigen könnte, und fertig ist das Schlamassel. Vorschlag der CSU: Die Stadt soll eine Müllpresse für den Sperrmüll anschaffen. Die zerlegt den Schrank ruckzuck.

Die weiteren Vorschläge:

O weitere Verbesserung der Beschilderung

O Optimierung der Möglichkeiten, auch nicht sortenreine Wertstoffe wie verschmutzte Waschbetonplatten oder Farbeimer anzuliefern, gegebenenfalls auch mit Mehrkosten für die Stadt

O Training der Mitarbeiter für den Umgang mit kritischen Kundenäußerungen und ein systematisches Beschwerdemanagement

O erneute Überprüfung, ob es nicht doch möglich ist, eine Versicherung für die Mitarbeiter abzuschließen, so dass diese die Kundschaft etwa beim Tragen sperriger Gegenstände unterstützen können – und im Schadensfall abgesichert sind.

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Ein reibungsloser Ablauf an der Wertstoffsammelstelle sei für den Umwelt- und Naturschutz von großer Bedeutung. Ressourcen werden geschont, die Abfallmenge reduziert. Ein Service aber, „der die Bürger demotiviert, ihre Wertstoffe zentral abzuliefern, hat negative Auswirkungen auf die Bemühungen der Stadt zum Schutz von Natur und Umwelt“, schreiben Friedrich Kiener, Brigitte Weinzierl, Anton Negele, Martin Nieroda, Thomas Bittner und Stefan Krimmer im CSU-Antrag. Sie schließend ihren Brief mit einem mahnenden Appell: „Wir hoffen sehr, dass unser Antrag dazu führt, die Beschwerden ernst zu nehmen und im Interesse unserer Bürger den Service, den sich unsere Bevölkerung wünscht und in anderen Bereichen bereits gewohnt ist, zu bieten.“

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