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Das 2010 gebaute Haus am Valentinspark ist vorübergehend das Zuhause für eine Wohngruppe der Lebenshilfe geworden.  

Leere Etage im Haus am Valentinspark

Wohngruppe der Lebenshilfe zieht ins Altenheim

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Leerstand als Chance: In eine leere Etage des Altenheims Valentinspark ist eine Wohngruppe geistig behinderter Menschen gezogen. Diese brauchte dringend neue Räume.

Unterschleißheim – Manchmal überschneiden sich die Ereignisse: Vergangene Woche noch hieß es von Seiten des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, dass die vierte Etage im Seniorenzentrum am Valentinspark leer stehe. Weil Pflegefachkräfte fehlen, kann das Haus nicht voll ausgelastet werden.

Am Dienstag informierte Altlandrätin Johanna Rumschöttel den Münchner Merkur jedoch über neue Entwicklungen: Eine Wohngruppe der Lebenshilfe ist in das oberste Stockwerk des Unterschleißheimer Altenheims eingezogen. Zehn erwachsene Frauen und Männer mit geistiger Behinderung haben sich in den Zimmern eingerichtet. „Sie fühlen sich dort schon sehr sehr wohl“, sagt Rumschöttel.

Ihr selbst gelang es, die Kooperation von Lebenshilfe und Paritätischem Wohlfahrtsverband zu vermitteln. Dabei half ein Zufall: Die sozial engagierte Altlandrätin ist Vorsitzende der Lebenshilfe München. Gleichzeitig gehört sie dem Verbandsrat des Paritätischen Wohlfahrtsverbands an. In dieser Funktion erfuhr Rumschöttel in einer Sitzung, dass das Seniorenzentrum am Valentinspark aufgrund des Fachkräftemangels nur 156 von 180 Plätzen belegt und eine Etage

komplett unbewohnt ist. Sie erkannte die Chance für die Lebenshilfe. „Wir haben händeringend ein Übergangsquartier für eine Wohngruppe gesucht“, erzählt Rumschöttel. „Innerhalb von zwei Tagen war die Sache geritzt“, sie konnte die Lebenshilfe beim Paritätischen Wohlfahrtsverband als Mieterin unterbringen.

Die Lebenshilfe hat, so erläutert Rumschöttel, genau wie andere Träger auch, derzeit das Problem, dass die Räume ihrer Wohngruppen nicht mehr den neuen gesetzlichen Standards entsprechen. In Ramersdorf wird daher die Wohnstätte am Willinger Weg 9 abgerissen, anschließend soll ein Neubau mit 24 Plätzen nach den neuen Standards entstehen. Für die Mitglieder der Ramersdorfer Wohngruppe kam der Leerstand in Unterschleißheim gerade recht: „Als sie die Räume gesehen haben, waren sie begeistert und haben sich gleich ihre Zimmer ausgesucht, jeder hat sein eigenes Zimmer mit Bad. Und die Gemeinschaftsräume sind sehr groß.“ Das habe ihnen den Umzug und die Eingewöhnung erleichtert. Der Wohnbereich hat einen separaten Zugang, so dass die Bewohner nicht mit den Senioren in die Quere kommen. „Das Betreuungspersonal haben wir mitgebracht“, sagt Rumschöttel. Tagsüber gehen die zehn Bewohner ihrer Arbeit in Werkstätten. Einige sind in der Gä

rtnerei des HPCA in Hollern angestellt und haben es jetzt sehr nah zum Arbeitsplatz. Bis der Neubau der Lebenshilfe in Ramersdorf fertig ist, werden sie in Unterschleißheim wohnen, voraussichtlich wohl bis Mitte 2019.

Auch die Stadt Unterschleißheim begrüßt die Kooperation. Pressesprecher Thomas Stockerl sieht darin „eine Win-Win-Situation“: „Der Paritätische Wohlfahrtsverband kann den Einnahmeausfall kompensieren und die Zeit überbrücken, bis er ausreichend Pflegekräfte findet.“ Neben dem wirtschaftlichen sei der soziale Aspekt sehr erfreulich: „Den Bewohnern der Lebenshilfe ist geholfen.“

Stockerl ist zuversichtlich, dass ab Mitte 2019 genügend Pflegefachpersonal rekrutiert werden kann, damit dann alle 180 Pflegeplätze im Haus am Valentinspark wieder belegt werden können: „Das ist auch im Sinne der Bürger“, betont Stockerl. Schließlich wachse der Bedarf an Pflegekräften in der Stadt.

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