Der neue Kinderhort an der Ganghoferstraße in Unterschleißheim
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Für den Kinderhort an der Ganghoferstraße entsteht ein Holzbau, damit die neun Gruppen mehr Platz bekommen, die Fertigstellung verzögert sich jedoch, fraglich ist, ob das Projekt im September bezugsfertig ist. Im Vordergrund sieht man rote Container für die Kinder, rechts wächst der Holzbau.

Ausblick 2021

Wohnungsbau und Digitalisierung: Das steht in Unterschleißheim heuer an

  • Charlotte Borst
    vonCharlotte Borst
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Die Stadt Unterschleißheim hat im Jahr 2021 einiges vor, doch auch sie muss angesichts der Corona-Krise vorsichtig planen. Das steht heuer alles an.

Unterschleißheim – Finanziell trifft die Corona-Krise Unterschleißheim mit voller Wucht. Viele Unternehmen beantragen Steuerstundungen, doch Personal- und Fixkosten der Stadt laufen weiter. Der Stadtrat tritt vorsichtig auf die Bremse. „Wir hatten uns in diesem Jahr allerhand vorgenommen“, sagt Bürgermeister Christoph Böck (SPD), alles sei leider nicht möglich.

Zudem gibt es pandemiebedingte Mehrausgaben. Das stellt die Kämmerei vor Herausforderungen. Weil die Bausumme von 70 Millionen für die Michael-Ende-Schule in unsicheren Zeiten zu hoch erscheint, wurde der Neubau ins Jahr 2023 verschoben, die Kosten sollen auf 50 Millionen gesenkt werden. Neben Klassenzimmern sind Räume für Musikschule, NBH, Hort und Musikgesellschaft eingeplant.

Bauprojekte

Positiv ist, dass die Stadtkasse mit 70 Millionen gut gefüllt ist. Einige Projekte werden daher trotzdem vorangetrieben. Der Caritas-Hort wird gerade an der Ganghoferschule angebaut. Er sollte zum neuen Schuljahr im Herbst fertig werden. Jetzt teilte die Holzbaufirma Terminverschiebungen mit.

Viel diskutiert wurde vor der Kommunalwahl über das neue Wohnviertel am Business-Campus. In diesem Jahr dürfte die Planung der Mehrfamilienhäuser im sogenannten Gartenquartier konkreter werden. Dank des Sobon-Vertrags erhält die Stadt ein Drittel des Grundstücks an der Alfred-Nobel-Straße. Bis die bezahlbaren Mietwohnungen fertig sind, wird die Stadt in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Euro investieren und weitere 7,5 Millionen Euro für ein Kinderhaus im Gartenquartier.

BRK-Haus wird für 2,8 Millionen umgebaut

Die Helfer vom Bayerischen Roten Kreuz beweisen gerade im Impf- und Testzentrum am Volksfestplatz, wie wichtig ihre Dienste sind. Im dritten Anlauf soll es nun auch mit dem BRK-Haus klappen: Büros, Gruppenräume und eine Fahrzeughalle werden am Furtweg errichtet. Für den Um- und Neubau, die gibt die Stadt in diesem Jahr 2,8 Millionen Euro aus.

Auf dem brachliegenden Esso-Grundstück in bester Lohhofer Lage sollen ältere Bürger in einem Wohn- und Geschäftshaus eine Beratungsstelle für Senioren finden. Die Planungen für 20 seniorengerechte Wohnungen werden 2021 vorangetrieben. Im Erdgeschoss soll ein Einkaufsmarkt einziehen.

An der Kiebitzstraße ist ein weiteres kommunales Wohnprojekt in der Startphase, hier entstehen etwa 13 Wohnungen für Mitarbeiter der Stadt. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr geht es weiter, allerdings gebremst: Der Stadtrat wollte das Gebäude an der Carl-von-Linde-Straße für 16 Millionen erweitern und modernisieren. Jetzt wird für 650 000 Euro das Notwendigste erledigt: Notstromaggregat, Glaslager, Gefahrstofflager. Weitere Maßnahmen sind verschoben.

Digitalisierung

Das digitale Klassenzimmer hat am Gymnasium und in der Realschule schon 2019 Einzug gehalten. Die Stadt installiert im Rathaus eine zentrale Server-Landschaft. Ein IT-Experte unterstützt Lehrer und Schüler, wo Probleme entstehen. „Bisher hatten wir viele Insellösungen“, sagt Böck, „jetzt bekommen wir gleiche Standards für alle Schulen.“ Er hat die Digitalisierung der Schulen vor der Corona-Krise zur Chefsache gemacht. Nun werden die Grundschulen und die Mittelschule ausgerüstet: 1,14 Millionen Euro sind reserviert.

Mitbestimmung

In Sachen Bürgerbeteiligung geht Unterschleißheim seit Jahren neue Wege. Die Bürger können längst viele Online-Angebote der Verwaltung nutzen, etwa wenn sie einen Ausweis benötigen. Es gibt zudem den Bürgerhaushalt, den E-Bürgerdialog, als direkten Draht ins Rathaus, und die Bürgerfragestunde, bei der die Bürger direkt Fragen an den Stadtrat stellen können. Und im Ratsinformationssystem auf der Homepage kann man die Unterlagen der öffentlichen Sitzungen lesen. Die Stadt sorgt so – schon vor Corona – für Transparenz und ein zeitgemäßes Angebot, was sich in der Pandemie bewährt.

Museum eröffnet

Das Stadtmuseum wird gerade umgebaut und soll im Juni eröffnen. Sobald man durch einen Seiteneingang des Bürgerhauses über die schmale Treppe die Ausstellungsräume erreicht, wird die Atmosphäre sinnlich: königsblau ist der Raum für die Malerei, weinrot sind die Wände, vor denen die Stadtgeschichte präsentiert wird.

Im Sommer wird das Stadtmuseum in funkelnder Eleganz erstrahlen. Groß ist es nicht, aber ein Schmuckstück könnte es trotzdem werden, auch dank der Gemälde, die Manfred Graf der Stadt schenkte. Museumsleiter Stephan Bachter hofft, dass er Ende Juni die ersten Besucher empfangen kann.

Den Sommer wünscht man sich nach der Zwangsstilllegung der Kultur noch aus einem weiteren Grund herbei: Im Juli wird das Open-Air am Rathausplatz endlich wieder Konzertliebhaber beflügeln.

Über alle Entwicklungen rund um das Coronavirus im Landkreis München informieren wir in unserem News-Ticker.

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