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Der Stachus Ende des 19. Jahrhunderts: Diese Radierung (Ausschnitt) ist eines der wichtigsten Werke in der Ausstellung „München“ mit Werken des US-Amerikaners Sion Longley Wenban, der von 1874 bis 1895 in der Stadt gewirkt hat; zu sehen in der Raiffeisen-Galerie.

Ausstellung

Mit der Pferde-Tram durch München

Unterschleißheim - Man muss schon manchmal genau hinsehen, um München in den Radierungen von Sion Longley Wenban zu erkennen. Zwischen 1874 und 1895 hat der Künstler die Stadt und das Leben in ihr porträtiert, und die Zeitreise in Unterschleißheim zeigt, wieviel sich verändert hat im Stadtbild.

Die Stiftung der Raiffeisenbank München-Nord hat die Sammlung aufgekauft und zeigt 24 Werke in der Raiffeisen-Galerie an der Bezirksstraße 50 in Unterschleißheim (Rückgebäude). Die Ausstellung heißt schlicht „München“.

Mit großem Enthusiasmus erzählt Unterschleißheims Ortschronist und Heimatforscher Wolfgang Christoph die Geschichten hinter den knapp 150 Jahre alten Bildern. So zeigt er gerne den Stachus oder Karlsplatz, der einst aus drei Häusern bestand und noch außerhalb der Stadt München lag.

Die beeindruckende Sammlung des laut Christoph „besten Landschaftskünstlers seiner Zeit“ bietet einen kleinen Stadtrundgang mit Siegestor, Isarbrücken, Sendlinger Tor oder Bahnhofsplatz. Dazu kann Christoph viele Geschichte über München erzählen wie der von der Schaffung des Englischen Gartens an einer Stelle, „die davor nur Morast war“. Der 1848 geborene Sion Longley Wenban zeigt das Leben, als München noch einen dörflichen Charakter hatte. 

Die Menschen sind immer weit weg, weil der Künstler immer ein ganzes Szenario des Lebens im 19. Jahrhundert darstellte. „Er konnte alles sehr gut zeichnen, nur keine Menschen“, scherzt Wolfgang Christoph. Wenban war auch nördlich der Stadt unterwegs und erstellte acht Radierungen mit Unterschleißheimer und zehn mit Oberschleißheimer Motiven. Ortschronist Wolfgang Christoph kann sich gut vorstellen, diese Motive in einer späteren Ausstellung auch noch der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Werke des Amerikaners Sion Longley Wenban hängen nur bis Mitte März in den Räumen der Raiffeisen-Galerie Unterschleißheim. Danach müssen die fast 150 Jahre alten Radierungen zurück ins Depot, damit sie keinen Schaden nehmen.

Führungen und Besuchstermine

Mit Wolfgang Christoph sind derzeit zwei Führungen geplant: am Sonntag, 21. Februar, von 11 bis 14 Uhr sowie am Donnerstag, 25. Februar, von 16 bis 19 Uhr. Darüber hinaus hat die Galerie keine festen Öffnungszeiten. Interessierte Bürger können bis Mitte März aber Termine für Rundgänge vereinbaren. Wolfgang Christoph steht auch gerne für weitere Führungen zur Verfügung. Besuchstermine können mit Sarah Karbassi vereinbart werden unter Tel. 089/31 00 03 10 22.

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