Unterschleißheim: Stadt baut Unterkunft für Obdachlose

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Die Zahl der Menschen ohne festen Wohnsitz steigt - auch in Unterschleißheim. Neue Konzepte sind notwendig.

Unterschleißheim– Immer mehr Menschen werden obdachlos, zunehmend auch Familien. Die Stadt Unterschleißheim will daher eine zentrale Unterkunft für Obdachlose bauen und auch ihr Betreuungskonzept neu aufstellen. Die Betreuungsplätze reichen nicht mehr und das bisherige Konzept war auf alleinstehende Männer ausgerichtet.

Einstimmig hat der Sozialausschuss dieses Ziel befürwortet. Gebaut werden soll ein Gebäude mit einfachsten Wohnungen für Einzelpersonen und auch für Familien. Ein Gesprächsraum und ein Büro für die Sozialbetreuung sollen zudem Platz finden. Ein Grundstück habe man schon ins Auge gefasst, teilte Thomas Stockerl, Sprecher der Stadt mit, der Standort sei aber nicht konkret.

Die Unterbringung von Obdachlosen ist Aufgabe der Kommunen, auch wenn viele der 29 Städte und Gemeinden im Landkreis bisher keine Unterkünfte anbieten und die Betroffenen lieber mit einer Fahrkarte nach München schicken. Unterschleißheim ist eine Ausnahme. Die Stadt beherbergt aktuell 43 obdachlose Menschen in städtischen Wohnungen oder Wohnheimen, darunter neun Familien mit 19 Kindern.

In der Notunterkunft in der Dieselstraße 1 bietet die Stadt 36 Belegungsplätze. Wegen der Platznot sind aktuell aber auch einige Langzeitarbeitslose in stadteigenen Mietwohnungen einquartiert. Zwar hat die Stadt primär dafür zu sorgen, dass ausreichend Unterkünfte vorhanden sind, Unterschleißheim leistet sich aber seit 2011 auf freiwilliger Basis eine sozialpädagogische Fachkraft mit 20 Wochenstunden, die beim Katholischen Männerfürsorgeverein (KMFV) angestellt ist.

Die Stadtverwaltung erhofft sich mit dem Neubau einer zentralen Unterkunft Entspannung: Zum einen könnte sich die Verwaltung „die stetige Suche nach Unterkünften“ ersparen, zum anderen bliebe mehr Zeit für Beratung, wenn die Fachkraft nicht mehr die diversen Unterkünfte innerhalb und außerhalb der Stadt aufsuchen müsste.

Mit dem Neubau soll auch das Betreuungskonzept angepasst werden. Anfangs waren alleinstehende Männer die Zielgruppe, mittlerweile habe sich „das Blatt gewendet“, teilt die Stadt mit: „Es geraten immer mehr Familien in die Obdachlosigkeit.“ Die Überarbeitung des Konzeptes hatte der KMFV schon 2015 vorgeschlagen, allerdings konnte dies wegen der angespannten Unterbringungssituation nicht umgesetzt werden.

Einige Langzeitarbeitslose, sind in städtischen Wohnungen untergebracht. In einem Anwesen an der Hildegardstraße, wo zwei Wohnungen der Obdachlosenunterbringung dienen, komme es aber immer wieder zu Differenzen mit der Hausgemeinschaft, heißt es aus dem Rathaus. Ebenso in einer Wohnung an der Walter-Eucken-Straße, in der eine Familie lebt. Grundsätzlich würde die Stadt hier gerne reguläre Mietverhältnisse schaffen, Voraussetzung sei allerdings, dass die Hausordnung eingehalten werde.

Am Furtweg müssen die drei Wohnungen, in denen Obdachlose leben, saniert werden, denn das Gebäude aus den 1950er-Jahren ist nur mit einer Elektroheizung beheizbar.  icb

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