Vergewaltigung in Asylbewerberunterkunft bestritten

Ottobrunn - Unsicher betritt Aadan C. (29) den Gerichtssaal A 208 des Münchner Landgerichts. Er schaut betreten, setzt sich unsicher auf die Anklagebank und behält seine Jacke lieber gleich an.

Als der Staatsanwalt die Anklageschrift gegen ihn verliest, schüttelt er immer wieder den Kopf. „Nein“, murmelt er leise. „Nein.“ Das stimme alles nicht.

Insgesamt vier Mal soll er eine junge Frau vergewaltigt und sie misshandelt haben. Der Tatort jeweils: die Asylbewerberunterkunft in Ottobrunn. Dort soll Aadan C., so die Anklage, Ayla R. (18) am ersten Oktober erst zu Boden gedrückt, die Arme fixiert haben und sie in ein provisorisches Zimmer der umgebauten Turnhalle geschoben haben. Dann drohte er ihr mutmaßlich damit, sie abzuschlachten, wenn sie sich wehrte. Und soll ihr auch ein Klappmesser an den Hals gehalten haben, um danach nackt den oralen Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen durchzuführen. Tags drauf kam es laut Anklage zu drei weiteren Übergriffen.

Im Prozess stritt Aadan C. aber alle Taten ab. „Sie hat alles nur erfunden“, sagte er aus. Ayla R. habe er am Hauptbahnhof in München kennengelernt, wo sie nach mehrmonatiger Flucht aus Somalia angeblich von Schleppern abgesetzt worden war. „Sie suchte eine Unterkunft“, sagt C. Deshalb habe er sie mit in das Ottobrunner Flüchtlingsheim genommen, um ihr die Unterkunft zu zeigen. „Sie hoffte, bei mir bleiben zu dürfen. Aber ich sagte ihr, dass das nicht geht.“ Daraufhin sei die junge Frau zunächst wieder gegangen. Kurz darauf kam sie aber wieder zurück, weil sie ihr Handy vergessen hatte. Ein Sicherheitsmann wurde auf sie aufmerksam und wollte ihren Ausweis sehen, den sie aber nicht vorzeigen konnte. Die Folge: Die Polizei wurde verständigt. „Sie bat mich um Hilfe“, sagt Aadan C. „Aber ich konnte nichts für sie tun.“ Deshalb soll Ayla R. die sexuellen Übergriffe nur erfunden haben - als Rechtfertigung, warum sie in der Unterkunft war. „Bei der Ehre meiner Mutter: Ich würde mich nie an einer Frau vergehen“, sagte C. vor Gericht, den Tränen nahe.

Ihm droht im schlimmsten Falle eine Verurteilung wegen besonders schwerer sexueller Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung. Das Urteil in dem Fall soll kommenden Mittwoch fallen. Bis dahin hat das Münchner Landgericht noch vier Verhandlungstermine angesetzt. (mm)

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