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Verkehrs-Dilemma: Schäftlarn fordert überörtliche Lösung

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Schäftlarn/Baierbrunn - Baierbrunn hat einen Bebauungsplan für den Bereich zwischen B11 und Bahnlinie aufgestellt. Gut für sie - weniger für die Nachbarn aus Schäftlarn. Die fürchten nämlich mehr Verkehr.

Die Gemeinde Baierbrunn hat einen Bebauungsplan für den Bereich zwischen B 11 und Bahnlinie im Anschluss an die Sportanlage (Am Wirthsfeld) aufgestellt und den Schäftlarner Nachbarn zur Stellungnahme vorgelegt. Auf der zirka 1,5 Hektar großen Fläche sollen rund 6900 Quadratmeter als allgemeines Wohngebiet und weitere 8800 Quadratmeter als Mischgebiet ausgewiesen werden. Hier wird derzeit auch ein Kinderhaus errichtet.

Um das Neubaugebiet zu erschließen, soll eine neue Straße gebaut werden, die die B 11 mit der Straße Am Wirthsfeld verbindet. Dadurch wird auch der Verkehr in Baierbrunn entlastet.

Doch genau diese Aussage war es, die die Emotionen hochkochen ließ. „Die bauen eine Straße, um sich zu entlasten - aber unser Problem sehen sie nicht“, monierte Susanne Dichtl (CSU) und bezog sich auf die Diskussionen mit der Nachbargemeinde zum Thema Verkehrsentlastung in Schäftlarn. „Durch ein neues Wohngebiet kommen mehr Autos, die alle bei uns durchfahren. Ich bin dagegen.“ Sachbearbeiter Stefan Jocher versuchte, zu besänftigen: „Jeder Neubau, egal wo, verursacht weiteren Verkehr. Und eine Größe von 1,5 Hektar, die machen das Kraut auch nicht mehr fett.“

Zudem hatte die Verwaltung in ihrem Beschlussvorschlag einen Hinweis formuliert, der die Gemeinde Baierbrunn auf die zunehmende Verkehrsbewegungen auf den Ortsdurchfahrten von Ebenhausen und Schäftlarn aufgrund des Bauvorhabens aufmerksam machen soll.

„Das gehört aggressiver ausgedrückt“, sagte Anna Steigenberger (CSU). Sie hatte ihrerseits einen Vorschlag formuliert, der die Zustimmung an eine überörtliche Lösung des (Verkehrs-)Problems knüpft.

Ulrich Stuke (Grüne) war dies zu hart: „Baierbrunn hat hier die Planungshoheit. Wir mögen es auch nicht, wenn uns jemand bei unseren Vorhaben reinredet. Vielleicht kann man ja mal so von Bürgermeister zu Bürgermeister darüber sprechen.“

Parteikollege Anton Höck sah noch eine andere Gefahr: „Der dörfliche Charakter von Baierbrunn geht immer weiter verloren - und der Druck auf uns wächst dadurch auch.“ „Das wird Baierbrunn aber nicht hindern sich weiter zu entwickeln“, warf Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) ein, der eher die mit Kies beladenen Lkws während der Bauphase durch Schäftlarn rollen sah.

Der Gemeinderat befürwortete schließlich Anna Steigenbergers Formulierung mit 10:7 Stimmen.

von Sabine Hermsdorf

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