"Viele Verbesserungen in so kurzer Zeit"

Unterföhring - Zum ersten Mal trafen sich die Unterföhringer Bürger im großen Saal des neuen Bürgerhauses zur Bürgerversammlung.

Zum ersten Mal auch trug Bürgermeister Franz Schwarz (SPD) zu diesem Anlass eine Amtskette. Überhaupt seien diese drei Worte „zum ersten Mal“ die meist gebrauchten der vergangenen Wochen gewesen, resümierte der Hausherr stolz. Voll wurde der Saal nicht, aber rund 100 Leute nahmen in den Zuschauerreihen Platz und applaudierten zunächst Kurt Losert, dem der Gemeinderat die Bürgermedaille zuerkannt hat (sh. Bericht S. 33).

In gut 90 Minuten stellte Bürgermeister Schwarz die finanziell hervorragende Lage der zweitreichsten Kommune im Landkreis vor, ebenso die zahlreichen Bauprojekte des vergangenen Jahres, die Infrastrukturmaßnahmen und die anstehenden Aufgaben, woraufhin Susanna Tausendfreund, als stellvertretende Landrätin, lobte: „Respekt. Kaum eine andere Gemeinde hat in so kurzer Zeit so viele Verbesserungen für ihre Bürger auf den Weg gebracht.“

Dann kamen die Bürger zu Wort: Gabriele Lederer plädiert dafür, dass auf einem freien Grundstück auf der Westseite des Pflegeheims St. Valentin ein behindertengerechter und abgeschlossener Garten angelegt werde. „Ein Schwerpunkt der Pflege liegt auf der Arbeit mit Demenzkranken“, sagte sie. Zum Krankheitsbild gehöre ein gesteigertes Bewegungsbedürfnis. Schwarz informierte, dass die Wiese 1650 Quadratmeter groß sei und darauf Baurecht für eine Geschossfläche von 1760 Quadratmetern liege: „Es handelt sich um ein hochwertiges Baugebiet.“ Gabriele Lederers Vorschlag fand dennoch eine große Mehrheit und wird im Gemeinderat geprüft.

Wolfgang Stubenrauch berichtete, dass seine Tochter „mit Mühe“ und erst nach einer Absage, einen Krippenplatz für ihr Kind bekommen habe. Absagen hätten auch bei anderen Familien „einen Schock ausgelöst“. „Unterföhring tut viel für Familien, aber es fehlen manchmal die Informationen“. Er fragte nach, warum das Kinderhaus nicht zum 1. September fertig geworden sei und forderte eine bessere Bedarfsplanung. Schwarz erklärte, dass die Heizung-Lüftung-Sanitär-Firma aufgrund mangelhafter Planung ausgetauscht werden musste, „das hat uns ein halbes Jahr gekostet“. Das Kinderhaus werde am 10. Januar eröffnet. Zwarwürde der Betreuungsbedarf regelmäßig erhoben, aber es bleibe eine Grauzone: „Wir wissen nicht, wer zuzieht, kommen sie mit kleinen Kindern oder mit Schulkindern.“ 88 Prozent des Krippenbedarfs werde gedeckt, konterte er: „In München bemüht man sich um 35-Prozent.“

Die Mehrheit der Bürger unterstützte auch einen Antrag von Rudolf Lederer, der besseren Schallschutz im neuen Restaurant des Bürgerhauses fordert, etwa durch Teppiche auf dem Boden und an den Wänden.

Josef Trundt kritisierte, dass die Gemeinde als Bürfworterin des Südrings, nicht aus dem Bund Naturschutz (BN) ausgetreten ist. Peter Paul Gantzer habe Recht, die Befürworter des Südrings seien „zu schüchtern“. Der Austritt hätte dem BN in der Vereinskasse wehgetan, „so wie uns täglich der Lärm der A 99 wehtut“. Zudem regte Trundt an, aufgrund des Erfolgs der Valentinaden, alle zwei Jahre ein Stationentheater durchzuführen. Schwarz: „Es hat die Gemeinde 50 000 Euro gekostet, aber der Gemeinderat kann gerne beschließen, es öfter zu machen.“

Charlotte Borst

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