Vorbereitet auf die Vogelgrippe

- Landkreis - Die Vogelgrippe hat Bayern erreicht, der Landkreis München aber ist bisher nicht betroffen. Gewissheit hatte Gerhard Schmid, Leiter der Abteilung öffentliches Gesundheits- und Veterinärwesen im Landratsamt, gestern erst kurz nach zwölf Uhr. Bei Sachsenkam nahe Bad Tölz und Schwabstadl (Landsberg am Lech) sind eine Stockente und ein Schwan am H5N1-Virus verendet, meldete da das Umweltministerium. Weiter als zehn Kilometer entfernt von der Landkreisgrenze. Ansonsten hätte das Landratsamt sofort ein "Beobachtungsgebiet" eingerichtet.<BR>

<P>"Da sind wir außerhalb der 10-Kilometer-Zone", sagte Schmid. Gleichzeitig betont er: "Es ist damit zu rechnen, dass sich das Virus ausbreitet. Wir sind vorbereitet."<P>Sollte auch im Landkreis München an einem toten Wildvogel das Vogelgrippevirus nachgewiesen werden - neben den Fällen in Sachsenkam und Schwabstadl gibt es noch neun Verdachtsfälle aus anderen bayerischen Landkreisen - richtet das Landratsamt sofort eine Sperrzone mit drei Kilometer Radius ein sowie ein Beobachtungs- und Überwachungsgebiet mit zehn Kilometer Radius. Kontrollieren müssten die Sperrzone Polizei und Feuerwehr. Innerhalb dieses Gebiets würden schnell und laufend alle toten Vögel eingesammelt, um Infektionsketten zu unterbrechen. Gleichzeitig muss das Nutzgeflügel intensiv überwacht werden. Sollte auch dort ein Fall auftreten, wird der gesamte Bestand getötet.<P>"Vorrangig geht es darum zu verhindern, dass das Virus von Wildvögeln auf Nutztiere übergeht", sagt Gerhard Schmid. "Gefahr für den Menschen besteht derzeit nicht. Es ist nach wie vor eine Tierseuche." Der Schwan und die Ente sind erst im Landesamt für Gesundheit in Oberschleißheim, danach im Friedrich Löffler Institut auf Riems untersucht worden.<P>Am Aschheimer Speichersee ist Helmut Rennau (69) aus Ismaning oder einer von rund 20 Kollegen der Ornithologischen Gesellschaft Bayern täglich auf Patrouille. Bislang haben sie in dem großen Vogelschutzgebiet keine toten Tiere entdeckt.Günter Hiel<P>

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