Vorerst kein neues Bauland im Ortsteil Holzhausen

Straßlach - Der Gemeinderat lehnte jetzt entsprechende Bauanträge ab. Das Thema war aber heftig umstritten.

Die Antragsteller wollten konkret Wohngebäude im Bereich der Ortseinfahrt gegenüber vom Brunnenhaus errichten. Dazu sagte der Gemeinderat „Nein“. Der Grund: Die Gegend ist als Wasserschutzgebiet ausgewiesen, weswegen Bebauungsvorhaben dort „mit höherrangigem Recht“ kollidierten, wie Bürgermeister Hans Sienerth (parteilos) erläuterte.

Ob das „höherrangige Recht“ allerdings für die Ewigkeit geschmiedet ist, und ob Holzhausen mit dieser Sperrung nicht dauerhaft von einer baulichen Entwicklung abgeschnitten ist – diese Fragen lösten eine hitzige Diskussion im Gremium aus. Oliver Seth (Grüne) machte sich für eine Genehmigung der Anträge stark. Er verwies darauf, dass aufgrund des Kanals ohnehin kein Abwasser mehr versickere und das Grundwasser folglich nicht gefährdet sei.

Abweisungen von Bauanträgen könnten außerdem dazu führen, dass Kinder von alteingesessenen Holzhausenern wegziehen, betonte Seth: „Wir haben hier einen Bürger, der lange hier wohnt, und ich kann nur begrüßen, wenn er hierbleiben will. Ich verstehe die Entscheidung des Bauausschusses nicht.“

Dem hielt Caroline Winkler (CSU) entgegen, dass Holzhausen ein bäuerlich geprägtes Dorf mit denkmalgeschützten Bauernhäusern sei. Bevor neues Bauland ausgewiesen werde, gelte es, sich darüber Gedanken zu machen, „in welche Richtung hin sich der Ortsteil entwickeln will“. Stimme man dem Antrag zu, sei dies ein „Schnellschuss“, sagte sie und warnte davor, Holzhausen zu einem „neuen Straßendorf“ im Zuschnitt der Frundsbergstraße in Straßlach zu machen. Gleichwohl will Winkler „für die Zukunft nicht ausschließen“, dass sich Holzhausen baulich entwickelt.

Geschäftsleiter Heriolf Staimer verwies auf die Faktenlage: „Ein Wasserschutzgebiet sieht vor, dass eine Bebauung verboten ist.“ Auf einen Antrag von Seth hin soll jetzt allerdings überprüft werden, ob eine Ausweisung von Bauland in dem Gebiet in die Überarbeitung des Flächennutzungsplans einbezogen wird.

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