Vorurteile gegenüber Hohenbrunner Wasser einfach davongewaschen

- Gemeinde lässt Besucher hinter Kulissen blicken

Hohenbrunn - Wie selbstverständlich wird der Wasserhahn zu Hause aufgedreht. Wie umfangreich jedoch das Wirken darum ist, dass klares Trinkwasser den Hahn verlässt, dürfte im alltäglichen Verständnis nicht gerade präsent sein. Mit einem Tag der offenen Tür im Hohenbrunner Wasserwerk hat die Kommune gezeigt, wie die Wasserversorgung ausschaut. Bürgermeister Franz Zannoth (parteilos) wollte damit auch der Panikmache entgegentreten, die seit einigen Monaten wieder einmal im Gemeindegebiet vorherrscht. "Unser Wasser ist einwandfrei", so Zannoth.

Die Trinkwasseranalyse gibt ihm voll und ganz Recht. Alle Werte liegen demnach weit unter den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung. Schon seit Jahren wird das Trinkwasser aus den Brunnen fünf und sechs im Höhenkirchner Forst bezogen. Die Brunnen eins bis vier ruhen. Bei diesen wurden zum Beispiel erhöhte Nitratwerte festgestellt. Seit 1990 wird das Wasserschutzgebiet dort saniert. Mittlerweile sind auch hier die Grenzwerte wieder erreicht oder gar unterschritten.

Hohenbrunn hat ein mittelgroßes Wasserwerk, welches 1980 in Betrieb gegangen ist. 20 000 Einwohner werden hiervon versorgt. Neben den Ortsteilen Hohenbrunn, Luitpoldsiedlung, Gewerbegebiet rund um die Muna und Siedlung am Grasbrunner Weg bekommen auch Riemerling West, Ottobrunn westlich der Bahn und ein kleines Stück Neubiberg Hohenbrunner Wasser. Und das sei nicht besser oder schlechter als das Münchner Wasser, so Zannoth.

Im Durchschnitt werden täglich 5500 Kubikmeter Trinkwasser benötigt. Anhand von Schautafeln, Karten und Armaturen konnten sich Interessierte darüber informieren, wie Wasser vom Inneren der Erde ins Wasserbecken gelangt. Dabei wurde auch der Aufwand erläutert, damit nur einwandfreies Wasser an die Bevölkerung kommt. Der technische Betriebsleiter Josef Tanzemeier zählte die regelmäßigen Untersuchungen auf. So findet wöchentlich eine mikrobiologische Analyse statt. Zweimal jährlich wird beispielsweise diese chemisch-physikalisch vorgenommen. Wichtig dabei ist der Wasserschutz. Im Höhenkirchner Forst kann mit bester Wasserqualität gerechnet werden. Garant dafür sind andere Kommunen, die ebenfalls im Staatsforst ihr Trinkwasser gewinnen. Der Zweckverband München Südost wiederum erläuterte, wie Abwasserkanäle gebaut, betrieben und saniert werden. Derzeit hat der Schmutzwasserkanal im Verbandsgebiet eine Gesamtlänge von stattlichen 230 Kilometern.Wolfgang Rotzsche

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