Wachstumskurs weckt Argwohn

- Bedenken gegen Gewerbepark

Ismaning - Misstrauisch und wachsam späht der Ismaninger Gemeinderat über die Isar Richtung Nachbarstadt. Was die Garchinger dem Investor Vielberth dort im geplanten Gewerbepark gegenüber dem U-Bahnhof ermöglichen wollen - 240 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, im Endausbau nach etwa zehn Jahren 6000 Arbeitsplätze - alarmiert die Ismaninger. Sie befürchten eine verstärkte Lärm- und Verkehrbelastung. Die Dimension sei allein schon an den 5000 geplanten Parkplätzen im Gewerbepark ablesbar.

Auf Lärm und Verkehr wird die Gemeinde Ismaning die Stadt Garching deshalb gleich in ihrer ersten Stellungnahme zu dem Projekt ansprechen. Schließlich soll der Schulbus zum Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching nicht täglich im Stau stecken bleiben. Auf die Antworten des Verkehrsgutachters Harald Kurzak ist Ismanings Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) schon gespannt.

Schlecht angekommen ist der Vorstoß der Ismaninger SPD-Fraktion, der sich, trotz Hinweises auf die nötige Wachsamkeit in der Verkehrsfrage, wie ein Plädoyer für die Garchinger Pläne anhörte. Man müsse den Nachbarn nach jahrelangem Stillstand einen neuen Wachtumsschub zugestehen, sagte Luise Stangl (SPD). "Wir sind die Boomregion im Münchner Norden, und das kann nicht nur Unterföhring und Ismaning sein."

"Erstaunlich" fand nicht nur CSU-Fraktionssprecher Walter Stenner diese Aussage, er habe dafür kein Verständnis. "Wir sind hier gewählt, die Ismaninger Interessen zu vertreten", betonte auch Alfred Fischer (Grüne). Er beurteilt die Garchinger Pläne ganz anders: "Objektiv gesehen ist das eine Sauerei, was hier geschieht." Die Garchinger planten Gewerbeansiedlungen im großen Stil, ohne Wohngebiete in angemessener Dimension auszuweisen. Das produziere zwangsläufig mehr Verkehr und verstoße gegen das in der Landesplanung festgesetzte Harmonisierungsgebot; danach sollen Gewerbe/Arbeitsplätze und Wohnen im Gleichklang entwickelt werden.

"So einfach nehmen wir das nicht hin", erklärte auch FWG-Fraktionschef Rudi Essigkrug. Der Ismaninger Gemeinderat werde diese Planung nicht einfach abnicken, sondern zumindest auf die Probleme hinweisen und eine Lösung anmahnen. Auf diese Linie verständigten sich schließlich alle Fraktionen. Günter Hiel

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