Walter Riegger Nachrücker für Bayerl-Förster

- Putzbrunn - Für die Mitglieder des Putzbrunner Gemeinderates war es ein denkwürdiger Augenblick. In einer nichtöffentlichen Sitzung entschieden sie über das politische Schicksal ihrer Ratskollegin Angelika Bayerl-Förster, bis zu ihrem Parteiaustritt am 2. Dezember CSU-Fraktionssprecherin. Der Gemeinderat kam mehrheitlich zu der Erkenntnis, dass Angelika Bayerl-Förster ihren Lebensmittelpunkt nicht mehr in der Gemeinde Putzbrunn hat und sprach der praktizierenden Ärztin daher die Wählbarkeit ab, womit die Kommunalpolitikerin, die inzwischen die Fraktion Christlich-liberaler Putzbrunner (CLP) mitbegründet hat, noch am selben Abend ihr Gemeinderatsmandat verlor (wir berichteten).<BR>

<P>Schon wenig später wurde im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung als Nachrücker der CSU-Liste Walter Riegger als neues Mitglied vereidigt, und unter Berücksichtung der neuen Mehrheitsverhältnisse die Ausschüsse neu besetzt. Doch ob damit das letzte Kapitel im Fall Bayerl-Förster aufgeschlagen wurde, ist fraglich. Denn die Betroffene erklärte auf Anfrage des Münchner Merkur, die Entscheidung des Gemeinderates nicht anzuerkennen und dagegen gerichtliche Schritte einzuleiten (s. Bericht unten).<P>Für die Gemeinderäte war die Abstimmung eine ungute Sache. Anton Krist von der neu gegründeten Grünen Ausschussgemeinschaft (Grüne AG) - erst vergangene Woche hatte er die GPP im Streit mit Willibald Hackl verlassen - betonte, dass sich die Gemeinderäte im Vorfeld informiert hätten, ob sie denn überhaupt abstimmen müssten. Doch die Gesetzeslage ist eindeutig. Die Kommunalpolitiker kamen um eine Abstimmung nicht herum. Während und auch nach der nichtöffentlichen Sitzung herrschte strikte Geheimhaltung. Bürger und Pressevertreter mussten im anderen Trakt des Rathauses warten. In der öffentlichen Sitzung gab Bürgermeister Josef Kellermeier (parteilos) die Entscheidung der Räte in knappen Worten bekannt.<P>Über das genaue Abstimmungsergebnis schwieg sich der Rathauschef auch auf Nachfrage aus. Angelika Bayerl-Förster wurde übrigens von ihrer CLP-Kollegin Birgit Nuber über das Abstimmungsergebnis informiert. Nuber war zusammen mit Bayerl-Förster, Bürgermeister Kellermeier und Gemeinderat Erwin Mittermüller aus der CSU ausgetreten.<P>Bürgermeister Kellermeier erklärte, in den nächsten Tagen mit der ehemaligen Gemeinderätin ein Gespräch zu führen. Mit dem Ausscheiden von Angelika Bayerl-Förster haben sich die Mehrheitsverhältnisse im Rat erneut verschoben. Die CSU hat nun sieben Sitze, die Fraktion der CLP schrumpft auf zwei Sitze.Michael Stiller<P>

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