Dialog mit den Mitmenschen: Der neue Bürgertreff in der Eschenpassage in Taufkirchen ist eingeweiht. Foto: robert Brouczek

Wandel am Wald

Taufkirchen - Neuer Bürgertreff offiziell eingeweiht

Taufkirchen - Pizza, Wurstsemmeln, Börek und diverse Desserts aus unterschiedlichen Ländern werden auf den Tischen im neuen Bürgertreff im Taufkirchner Ortsteil „Am Wald“ angeboten. Wenn man so möchte, haben diese Speisen Symbolcharakter. Sie verdeutlichen, dass in der Siedlung westlich der S-Bahnlinie verschiedene Kulturen aufeinandertreffen. Für die über 4 000 Bewohner aus unterschiedlichsten Nationen war der Bürgertreff schon bisher ein Ort der Begegnung und der Unterstützung.

Die neuen Räume und das Förderprogramm „Soziale Stadt“, zu dem Taufkirchen seit diesem Jahr gehört, sollen den Ortsteil noch lebenswerter und städtebaulich schöner machen. Zur offiziellen Einweihung kamen 120 Gäste.

Vor den neuen Räumlichkeiten in der Eschenpassage sind Stellwände aufgebaut. Die Bürger sollen ihre Meinung über das eigene Wohnviertel sagen: Grüne Klebepunkte stehen für „Hier ist es besonders schön“ und rote Aufkleber für „Hier sehe ich Verbesserungsbedarf“. Die beklebte Karte ist ausgeglichen rot-grün gefärbt. Mit Ausnahme des Bahnhofsgebiets sowie dem westlichen Ende der Passage: Sie sind nur mit roten Punkten voll geklebt worden.

Neben den Pinnwänden steht Sigrid Hacker von „Dragomir Stadtplanung“. Das Münchner Planungsbüro entwirft zusammen mit anderen Städteplanern ein Konzept für integrierten Städtebau - eine Bedingung zur Nutzung der staatlichen Fördergelder im Rahmen von „Soziale Stadt“ in Höhe von 240 000 Euro. Sigrid Hacker sagt: „Die Bewohner hier sind sehr engagiert. Sie setzten sich mit ihrem Wohngebiet auseinander und bringen eigene Ideen mit ein.“ Vor allem ältere Menschen kritisieren Unzulänglichkeiten und fordern mehr Barrierefreiheit.

Für die einen Bewohner sind es Kleinigkeiten, die sie an ihrem Viertel stören. Die anderen sehen ihre Siedlung als Problemviertel. So sieht es auch Winfried W. (76). „Seit 37 Jahren wohne ich hier. Nochmal würde ich nicht herziehen“, sagt er. Früher sei noch alles in Ordnung gewesen, aber es gäbe immer mehr Probleme, unter anderem Beschädigungen von Wohnungen. Über den Bürgertreff sagt der „Wald“-Bewohner W.: „Der Treff ist ein gutes Angebot, das aber nichts bringen wird.“ Die Probleme werde auch das Projekt „Soziale Stadt“ nicht lösen können.

Zur Eröffnung ist auch Melike Kapicibasi gekommen. „Es ist sehr gut, dass der Bürgertreff wieder offen ist. Die Bürger brauchen ihn“, sagt die Zweite Vorsitzende der Türkisch-Islamischen Gemeinde Taufkirchen. Es sei eine Tür, die jeder immer aufmachen könne.

Früher habe es oft Unordnung in den Grünanlagen und Lärmbelästigung gegeben, erzählt die Anwohnerin Cordula Soellner. „Aber es hat sich ohnehin schon viel verbessert.“ Sie erhofft sich vor allem eine Verschönerung des Bahnhofsumfelds - damit ist sie in Taufkirchen nicht alleine. Eine Verbesserung im neuen Bürgertreff freut die 61-Jährige am meisten: „Es gibt einen W-Lan Hotspot, da kann man jetzt immer im Internet surfen.“

Florian Reil

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