"Warum sollten wir nicht das Halbfinale erreichen?"

- Unterhaching - Es werden frohe Weihnachten für die Volleyballer des TSV Unterhaching. Als Tabellenvierter hat das Team von Mihai Paduretu die Teilnahme an den Play offs um den Titel schon in der Tasche, das große Ziel Klassenerhalt ist damit vorzeitig erreicht. Ganz entscheidend zum großartigen Abschneiden des TSV in der Bundesliga-Vorrunde hat Michael Mayer beigetragen. <BR>

Nach einem einjährigen Gastspiel beim Belgischen Meister Noliko Maaseik ist der 24-jährige Angreifer zum TSV zurückgekehrt, hat gleich wieder das Kapitänsamt übernommen, den Gegnern wie gewohnt die Bälle um die Ohren gedroschen und bei den Unterhachinger Fans für Stimmung gesorgt, wie sie eine Saison lang nicht zu finden war. Dass Mayer seine Profipläne wegen chronischer Achillessehnenbeschwerden ad acta gelegt und statt dessen ein Studium für das Hauptschullehramt in München begonnen hat, ist ein absoluter Glücksfall für den Verein. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur zieht der 49-fache Nationalspieler eine Zwischenbilanz. Das große Ziel Klassenerhalt ist mit dem Erreichen der Top-Ligarunde abgehakt. Wo liegen die Gründe für diesen unerwarteten Erfolg?  Mayer: Wir haben sehr hart und sehr diszipliniert gearbeitet. Viele Leute sagen ja, das Glück kann man sich erarbeiten, und wir haben natürlich auch Glück gehabt. Wir haben, bis wir qualifiziert waren, drei Tie Breaks gespielt und alle drei gewonnen. Das 3:2 in Mendig gleich zum Auftakt war da sicher ein Schlüsselspiel. Hätten wir da verloren, wäre es wohl ganz anders gelaufen.<BR><BR>Sie mussten in der Vorrunde wegen Rückenbeschwerden einige Spiele sausen lassen. Außerdem leiden Sie oft unter Schmerzen an den Achillessehnen. Wie geht es Ihnen denn im Moment? Michael Mayer: Es ist noch nicht ideal, aber wir haben ja jetzt Weihnachtspause und nach Almelo (in dem niederländischen Ort bestreitet der TSV vom 28. bis 30. Dezember ein Turnier - d. Red.) noch einmal vier Tage frei. Danach wird es bei mir wieder ganz anders ausschauen. Ich würde sagen, da haben wir noch Potenzial nach oben, auch weil ich mich jetzt langsam an das Studium neben dem Volleyball gewöhne. Sie sind seit Herbst an der Uni. Wie läuft es denn?<P>Mayer: Das macht schon Spaß, langsam kriege ich eben auch den Überblick. Tut es trotzdem weh, dass Ihr Traum von der Profikarriere mit der Rückkehr aus Belgien nach Unterhaching wohl beendet ist?<P>Mayer: Natürlich tut es mir schon ein bisschen Leid, aber die Umstände waren eben so. Und unter diesen Umständen war es das Beste, was ich machen konnte, nach Unterhaching zurückzukehren und hier in München das Studium anzufangen. Ich glaube, auch wenn hier einmal professioneller gearbeitet und mehr trainiert wird, wird es noch eine Lösung geben, dass ich hier studieren und weiter spielen kann. Zurück zur laufenden Meisterschaft: Das Wichtigste hat die Mannschaft mit dem Klassenerhalt erreicht. Welche neuen Ziele werden Sie sich nun setzen?<P>Mayer: Im Viertelfinale müssen wir uns vor keinem verstecken, da wir Berlin und Friedrichshafen ja nicht als Gegner erwischen können. Wieso sollten wir also nicht das Halbfinale erreichen? Dann hätten wir uns sportlich für den Europacup qualifiziert und dem Herrn Müller (Marketing-Experte Klaus Müller sucht Sponsoren für den TSV - d. Red.) eine schöne Vorlage gegeben. Von mehr brauchen wir allerdings nicht zu träumen, denn Berlin und Friedrichshafen sind in diesem Jahr einfach zu weit weg. Im Halbfinale wäre sicher Schluss.<P>Wie wichtig wäre es denn, nach der Zwischenrunde Dritter oder Vierter zu sein, um in einem Viertelfinal-Entscheidungsspiel in eigener Halle spielen zu dürfen?<P>Mayer: Das wäre natürlich ein Riesenvorteil, denn daheim sind wir brutal gut. Aber wir vergessen auch nicht, wo wir herkommen, was unser Ziel war. So glücklich wie in der Vorrunde wird es in der Zwischenrunde kaum weiter laufen. Das Gespräch führte<P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen: 18-Jähriger prallt mit BMW gegen geparkte Autos
Plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen: 18-Jähriger prallt mit BMW gegen geparkte Autos
Coronavirus im Landkreis München: Zwölf neue Infektionen übers Wochenende
Coronavirus im Landkreis München: Zwölf neue Infektionen übers Wochenende
Unbekannte Tote in Isarkanal entdeckt: Polizei bittet um Hinweise - Achtung, verstörende Fotos
Unbekannte Tote in Isarkanal entdeckt: Polizei bittet um Hinweise - Achtung, verstörende Fotos

Kommentare