Erste Jugendsprechstunde im Rathaus

Was sich junge Unterföhringer wünschen

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Gut 80 junge Menschen versammeln sich im Rathaus Unterföhring. Sie sind zwölf bis 25 Jahre alt und erwarten neugierig, was der Abend bringt. Viele von ihnen haben Fragen an den Bürgermeister, die sie dann erfrischend direkt stellen: Die erste Jugendsprechstunde wird dank vieler Anregungen zum Erfolg.

Unterföhring – Junge Menschen in die Kommunalpolitik einbeziehen – Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) macht das offensichtlich Spaß. Er freut sich, dass so viele gekommen sind. Zwei Stunden beantwortet er – manchmal langatmig – die Fragen, die die Gäste ihm, der Jugendbeauftragten Simone Guist und Metti Schramm, dem Leiter des Fezi, stellen. Sowohl junge Teenager als auch Mittzwanziger melden sich zu allen möglichen Themen.

1279 jungen Menschen zwischen zwölf und 25 Jahren hat die Gemeindeverwaltung eine Einladung geschickt, damit sie im Rathaus ihre Ideen vorbringen und sich vielleicht in einem Jugendbeirat engagieren, der in Unterföhring gegründet werden soll. Die Initiative dazu geht von Simone Guist (PWU) aus. Die 25-jährige Studentin wünscht sich, dass ein Jugendbeirat die Ideen der Jungen in die Arbeit des Gemeinderats einbringt.

Die Resonanz auf die erste Jugendsprechstunde mache „Hoffnung auf weitere Veranstaltungen dieser Art“, zieht Kemmelmeyer am Ende des Abends Resümee: „Ich kann mir vorstellen, alle sechs Monate oder jedes Jahr zu einem solchen Treffen einzuladen.“

Hier einige der vielen Fragen....

Ich wünsche mir, dass es einen Park gäbe, wo man Fußball spielen und Freunde treffen kann.

Kemmelmeyer: Am Etzweg bauen wir gerade eine Parklandschaft mit Aussichtsturm, wo man sich treffen und chillen kann. Es wird eine Hundewiese geben, Turngeräte und eine Blumenwiese. Am 7. Juli seid Ihr alle zum Eröffnungsfest eingeladen.

Ich vermisse einen Raum, den man für Feiern mieten kann. Das Jugendzentrum Fezi ist überlastet.

Kemmelmeyer: In der neuen Unterföhringer Ortsmitte gegenüber vom S-Bahnhof ist ein Bistro geplant, es kann auch ein Café oder eine Bar werden, auf jeden Fall ein Schankbetrieb. Der Mietpartyraum im Bürgerhaus wurde abgeschafft, weil sich Auswärtige über Unterföhringer eingemietet haben und es immer wieder Streit gab, auch die Polizei musste eingreifen.

Schramm: Die Nachfrage nach dem Partyraum im Fezi

ist groß. Im vergangenen Jahr gab es 160 Buchungen von Kindern, Jugendlichen und Vereinen.

Guist:Wir nehmen als Anregung mit, dass im geplanten Feststadl ein Mietraum für Feiern vorgesehen wird.

Es wäre toll, wenn es ein Kino und ein Schwimmbad gäbe.

Kemmelmeyer: Ab September wird es im Bürgerhaus ein Kinoprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene geben. Wir haben dafür technisch aufgerüstet. Das Schwimmbad ist bereits beschlossen, zum Glück wird es öffentlich sein, der ein oder andere Gemeinderat wollte es nicht-öffentlich betreiben, aber die Mehrheit hat beschlossen, dass dort jeder schwimmen kann.

Wird der eingezäunte Sportplatz an der Münchner Straße entfernt?

Kemmelmeyer:Nein, der kommt nicht weg. Im Gegenteil, eine Erweiterung wäre nicht schlecht.

-Es fehlen Sportplätze für ältere Jugendliche. Könnten in der neuen Ortsmitte und am Feringasee Tischtennisplatten aufgestellt werden?

Kemmelmeyer:Für den Feringasee nehme ich den Hinweis für die Tischtennisplatten gerne auf. Im neuen Sportpark an der Mitterfeldallee, der bis zum Herbst 2020 gebaut wird, sollen viele öffentliche Sportmöglichkeiten, auch für Tischtennis, entstehen.

-Haben junge Unterföhringer, die sich in Vereinen engagieren, einen Vorteil bei der Vergabe von Wohnungen?

Kemmelmeyer:Die Gemeinde hat über 480 Wohnungen, jede Wohnung die frei wird, wird öffentlich über das Gemeindeblatt ausgeschrieben. Oft haben wir 40 bis 50 Bewerber. Ein Ausschuss vergibt die Wohnungen nach sozialen Kriterien. Auch das Vereinsengagement spielt eine Rolle. Ich bitte jeden jungen Unterföhringer, der sich schon länger auf eine Wohnung bewirbt, nicht aufzugen, bewerbt Euch weiter. Aber der Bedarf ist größer als das Angebot.

Ein plastikfreier Supermarkt wäre gut.

Kemmelmeyer: Das werde ich beim nächsten Wirtschaftsgespräch vorschlagen. Ihr könntet auch eine Projektgruppe in der Schule anregen, die das mit den örtlichen Supermärkten umsetzt.

Die kostenlosen Kinderbetreuungsplätze ziehen immer mehr Auswärtige an. Ist es möglich, dass man den Zuzug eingrenzt?

Kemmelmeyer: Unterföhring will, so der Tenor, bis zu 15 000 Einwohnern wachsen. Die gebührenfreien Betreuungsplätze werden jedes Jahr neu beraten. Solange es der Gemeinde finanziell gut geht, kann man davon ausgehen, dass es dabei bleibt.

Zieht die Sparkasse mit in die Ortsmitte, wenn das Rathaus abgerissen wird?

Kemmelmeyer: Sie hat zumindest schon Interesse an Räumen im neuen Rathaus angemeldet.

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