Grasbrunn

Wasserpreis soll um 20 bis 25 Cent pro Kubikmeter steigen

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Grasbrunn - Seit sechs Jahren ist der Wasserpreis in der Gemeinde Grasbrunn mit 99 Cent pro Kubikmeter konstant, jetzt wird er zum Ende des Jahres steigen. Und zwar um 20 bis 25 Cent pro Kubikmeter. „Wir sind verpflichtet, den Wasserpreis kostendeckend zu gestalten,“ sagte Grasbrunns Kämmerer Sebastian Stüwe, der auch Geschäftsführer des Wasserwerkes ist.

Die Gründe für die Erhöhung sind vielfältig, vor allem aber sind es gestiegene Personalkosten und der Wegzug des größten Wasserverbrauchers, der „Kugler Feinkost GmbH“. Wie berichtet, hatte das Unternehmen nach langem Hin und Her Grasbrunn verlassen und seine sehr wasserintensive Produktion nach Parsdorf (Landkreis Ebersberg) verlegt. Bereits damals hatten die Inhaber, Oliver und Gerhard Kugler, prophezeit, dass der Wegzug Auswirkungen auf den gemeindlichen Wasserpreis haben würde. Schließlich verbrauchte das Unternehmen rund ein Achtel des gesamten Wasserbedarfs der Gemeinde und brachte damit auch ein Achtel der Gesamteinnahmen. Die fallen nun weg, nicht aber die unveränderten fixen Kosten für Personal und Gebäude sowie Maschinen. Ein weiterer zusätzlicher Finanzbedarf entsteht durch die jährlich steigenden Löhne sowie die Einstellung eines zweiten Wassermeisters, die notwendig wurde, weil laut Gemeinde einer allein die Aufgabe nicht bewältigen kann. Außerdem bereitet Stüwe der Wasserverlust in den Rohren Sorgen. Er beziffert den Verlust auf rund 13 Prozent. Rohrlecks und -brüche seien nur schwer zu finden, denn das austretende Wasser schwemme den Boden meist nicht auf, sondern verschwinde spurlos im kiesigen Untergrund. Allein im vergangenen Jahr habe es drei größere Rohrbrüche in der Gemeinde gegeben, sodass bei den rund 60 Jahre alten Rohren ein enormer Sanierungsbedarf bestehe, sagte er. Diese Arbeiten können manchmal kostengünstig im Zusammenhang mit ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten stattfinden, wie derzeit bei der Sanierung der Gartenstraße. Oft aber sind separate Bauarbeiten notwendig. Zu finanzieren sind diese Arbeiten laut Stüwe nur, wenn die Einnahmen, die beispielsweise im Jahr 2014 rund 465 000 Euro betragen haben, angemessen gesteigert werden. Stüwe wird die neue Kalkulation und den damit verbundenen höheren Wasserpreis dem Verwaltungsrat zur Genehmigung vorlegen. Wenn der Wasserpreis auf geplante 1,20 Euro steigen sollte, werden die Grasbrunner trotzdem ihr Wasser zu weiterhin moderaten Preisen beziehen können: In den umliegenden Gemeinden bewegt sich dieser zwischen 90 Cent (Putzbrunn) und 1,53 Euro (Neubiberg), wie Stüwe mit Hilfe einer Umfrage im vergangenen Jahr ermittelt hat. Und Bürgermeister Klaus Korneder (SPD) verweist nicht nur auf die hohe Qualität des Grasbrunner Wassers, sondern auch auf die Bemühungen der Verwaltung „Wir tun alles dafür, die Preissteigerung so moderat wie möglich zu halten.“

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