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Der Schnee ist weg, doch die Kröte kommt: Die neue Ausgleichsfläche neben dem Rasen-Sportplatz wird noch ganz nach dem Geschmack der geschützten Wechselkröte modelliert; mit Wasserlöchern, Steinen, kleinen Höhlen.

Bahnhofsumbau

Wechselkröte gefällt Ausweichquartier nicht

Für den barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs Feldkirchen und die Verlängerung der Fußgänger-Unterführung nördlich der Bahnlinie als Durchstich zum Heimstettener See müssen die streng geschützte Zauneidechse sowie Wechselkröte umziehen.

Feldkirchen– Die angebotene Ausgleichsfläche wurde von der Naturschutzbehörde allerdings nur für die Zauneidechse anerkannt. An der Wechselkröte wäre der Umbau fast noch gescheitert.

Die Gemeinde hatte im Oktober wie berichtet für beide Tierarten als Ausgleichsfläche ein Gebiet unmittelbar neben dem künftigen nördlichen Bahnsteigzugang angeboten. Die Naturschutzbehörde hat dieses aber nur für die Zauneidechse anerkannt. „Wir brauchen also für die Wechselkröte ein anderes Ersatzhabitat“, verkündete Bürgermeister Werner van der Weck dem Gemeinderat. Die Forderung der Regierung von Oberbayern, der Kröte die Fläche westlich des Bahnsteigs anzubieten, sei unrealistisch, da diese nicht der Gemeinde gehört, sagte van der Weck. Die Deutsche Bahn stelle keine Flächen zur Verfügung, da schließlich die Gemeinde umbauen wolle. „Wir haben in langen Verhandlungen mit allen Beteiligten erreicht, dass das Grundstück westlich des neuen Rasenspielfeldes anerkannt wird. Die Baumaßnahmen am neuen Rasenspielfeld sind mit Fertigstellung der Flutlichtanlage abgeschlossen, das Gelände liegt jetzt brach“, verkündete van der Weck die neue Lösung.

Gemeinde modelliert der Kröte ein Biotop nach ihrem Gusto

Vorgesehen ist eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern neben dem neuen Rasenplatz. Aus dem Aushub für die Sporthalle, die ab März gebaut werden soll, modelliert die Gemeinde der Kröte ein Biotop ganz nach deren Geschmack: Wasserlöcher, Steine, kleine Höhlen. Der finanzielle Aufwand würde sich in Grenzen halten, da die Gemeinde nicht extra Etrdreich ankarren muss. Eine erste Kostenschätzung der Landschaftsarchitektin Heide-Marie Eitner beläuft sich auf rund 112 000 Euro.

Reinhard Mulzer (PF) bemängelte allerdings die Auswahl der neuen Fläche: „Nach der sinnlosen Abholzung fast aller Bäume in Feldkirchen wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers stehen genau dort die letzten Bäume. Zudem leben exakt dort vier Rehe – wollen wir die jetzt auch noch vertreiben? Viel besser wäre die Umsiedelung der Wechselkröte zum Riemer Wäldchen, da ist mehr als genug Platz.“ Simone Krois (Grüne) entgegnete ihm, dass er die Rehe doch nur schützen wolle, „damit Sie sie dort gemütlich abschießen können – das ist doch kein Lebensraum für Rehe!“.

Bürgermeister bittet inständig um Zustimmung

Van der Weck bat die Gemeinderäte inständig, dem Vorschlag der Verwaltung für die Ersatzfläche zu folgen. „Wenn wir jetzt wieder eine neue Fläche ins Spiel bringen, gehen alle Diskussionen und Verhandlungen von vorne los. Wir wollen doch wegen der Wechselkröte unser so wichtiges Projekt des Bahnhof-Umbaus nicht gefährden.“ Das sahen dann doch alle Gemeinderäte ein.

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