Sie machen Kunst: (v.l.) Christine Reitenbach, Brigitte Forstner, Markus Lindinger, Erni Laus, Ksenija Vukovinski, Josef Diepold und Theresia Maier bei der Vernissage. Foto: Gerald Förtsch

Von wegen Glasscherbenviertel: Die Parksiedlung steht jetzt für Kunst

Oberschleißheim - Vor der Tür des Projekts „Soziale Stadt Parksiedlung" am Stutenanger Oberschleißheim standen die Besucher Schlange. Alle wollten die Eröffnung der Ausstellung „Wir machen Kunst" miterleben.

„Wir freuen uns sehr über die Vielfältigkeit dieser Ausstellung“, sagte Marga Mitterhuber vom Quartiersmanagement Soziale Stadt.

Seit rund einem Jahr trifft sich der „Wir-machen-Kunst“-Kreis, mit der ersten Ausstellung hat er einen Volltreffer gelandet. Auf einen spannenden Aspekt im Titel der Ausstellung machte Mitterhubers Kollege Tilo Klöck aufmerksam: So teffe der Titel auf das Schaffen der Künstler zu, zum anderen aber „kann es auch sein, dass die Kunst das Wir macht und dass durch die Kunst ein Wir-Gefühl entsteht“. Angesichts des großen Andrangs könnte das stimmen.

Zutreffend war aber auch Marga Mitterhubers Hinweis auf die Vielseitigkeit der Ausstellung: Pastellarbeiten von Josef Diepold, Keramikobjekte von Brigitte Forstner, Aquarelle von Erni Laus und Theresia Maier, abstrakte Malerei von Markus Lindinger, Perlenschmuck von Christine Reitenbach sowie Aquarelle und Collagen von Ksenija Vukovonski - beeindruckende Exponate: Verträumt macht die Gondel vor Schloss Schleißheim eine Pause; Häuser, Paare und ein Narr zieren das Schaufenster des Wir-Ladens; nur mit Spachteln und ohne Pinsel entstanden abstrakte Farbkompositionen mit eingebetteter Netzstruktur; reizvoll schimmern blaue, rote und silberne Perlen an Ketten, stimmungsvoll fangen Landschaftsbilder die Blicke ein, Blumen grüßen ebenso von den Wänden wie Herbstlaubzauber und ein Leuchtturm.

Auch Dritter Bürgermeister Hans Hirschfeld war bei der Vernissage beeindruckt. Obwohl er einräumte, dass er bei seiner ersten Rede bei einer Vernissage „etwas Lampenfieber“ habe, fand er die richtigen Worte: „Die Künstler unserer Gemeinde zeigen ihre besonderen Fähigkeiten, ihren Bezug zur Heimat und setzen die historische Tradition unserer Künstlergemeinde fort.“ Die Affinität der Künstler zu Oberschleißheim und der Oberschleißheimer zu ihren Künstlern scheint ungebrochen, denn der „Wir-Laden“ hat sich zu einem Hort der Kunst gemausert. Zu den Zielen des Quartierprojektes für die oft als Glasscherbenviertel geschmähte Parksiedlung gehören das Miteinander und Verbesserungen für die Bürger. Die Ausstellung erreicht beides: Sie führt die Menschen zusammen und ist eine Attraktion für die Schleißheimer. Marion Friedl

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis zum 23. Dezember im „Wir“-Laden am Stutenanger 6 zu sehen. Der laden ist dienstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet, donnerstags von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. 089/54 80 75 58.

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