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Die Finck-Wiese in Haar gilt als möglicher Standort für das neue BMW-Forschungszentrum.

Putzbrunn schickt kritische Stellungnahme nach Haar 

Wegen BMW: Nachbarn sind sauer

Die Gemeinde Haar hat von BMW noch nicht einmal den Zuschlag bekommen für das Forschungszentrum. Doch schon jetzt gibt es erheblichen Widerstand. Nach Vaterstetten schimpft jetzt die Gemeinde Putzbrunn.

Von Siggi Niedergesäss

Putzbrunn– Mehr Verkehr, mehr Lärm und hohe Kosten für eigene, neue leistungsfähige Straßen befürchtet die Gemeinde Putzbrunn, wenn die Nachbarkommune Haar ihre Pläne für ein neues „Sondergebiet Forschungs- und Entwicklungszentrum“ verwirklicht, also die Finck-Wiese freigibt für BMW.

Die Bedenken sind groß. Entsprechend hoch sind die Auflagen, die vom Bauausschuss zu dem Vorhaben gefordert werden. Eine Art Racheakt vermutet Josef Jakob (Freie Wähler) hinter den Plänen in Haar. „Die sind jetzt über uns hergefallen, weil wir unser Gewerbegebiet Ost ausweisen“, sagte er. Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD) versuchte, ihn einzubremsen, nahm seine Amtskollegin Gabriele Müller (SPD) in Schutz: „Die Gemeinde Haar hat das Recht, ein Sondergebiet auszuweisen und hat auch Recht, wenn es dort heißt, unser Gewerbegebiet ziehe Verkehr an und bringt Belastungen für Haar.“ Jakob wollte so schnell aber nicht aufgeben. „Unser Gewerbegebiet ist seit etwa 15 Jahren im Gespräch und im Flächennutzungsplan. Haar plant erst seit zwei Monaten. Was da vorgesehen ist, zieht wesentlich mehr Verkehr an.“

Wie berichtet, hat der Gemeinderat Haar einstimmig beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern und gleichzeitig einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen. Auf der etwas mehr als elf Hektar großen Finck-Wiese, direkt südlich der Wasserburger Straße (B 304) und östlich der Grasbrunner Straße (B 471), möchte ein Investor im Auftrag von BMW ein Forschungs- und Entwicklungszentrum bauen. Dort sollen selbstfahrende Autos entwickelt werden. Einig waren sich Klostermeier und Jakob in zwei Punkten. „Das Vorhaben bringt eine Menge Verkehr für Putzbrunn. Viele der Beschäftigten werden in der Umgebung wohnen. Sie fahren auch durch Putzbrunn zur Arbeit“,sagte Klostermeier. Das müsse in der Stellungnahme berücksichtigt werden. Sein Formulierungsvorschlag: Die Gemeinde Putzbrunn sieht die Verkehrsentwicklung auf der B 471 – der Ortsdurchfahrt von Putzbrunn – durch die geplante Gewerbeansiedlung als sehr bedenklich an. Weiter heißt es, dass der Verkehr zwangsläufig zunehmen werde. Ebenso werde der Knotenpunkt Grasbrunner Straße/Wasserburger Straße schwer belastet. Haar wird aufgefordert, die Leistungsfähigkeit des Knotenpunkts zu untersuchen und nachzuweisen, dass er noch mehr Verkehr aufnehmen kann. Ferner werde die Putzbrunner Bevölkerung zunehmend durch Staus auf der A 99 beim Kreuz München belastet. Verkehrsteilnehmer würden auf die Ausfahrt Putzbrunn/Hohenbrunn ausweichen. Auch hier steige der Verkehr, wenn BMW nach Haar komme. Um die Situation zu entspannen, müsse Putzbrunn neue Planungen auf den Weg bringen.

Sechs Gemeinderäte im Bauausschuss votierten für diese Stellungnahme, Jakob dagegen. Er hätte sich mehr Widerspruch gewünscht, warnte: „Selbst wenn BMW von den Plänen Abstand nimmt, wird Haar dabei bleiben und nach einem anderen Unternehmen suchen. Für uns ist es egal, wer was umsetzt und ob es in zwei Jahren oder später kommt.“

Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller hatte bereits in einer Bürgerversammlung versichert: „Wenn BMW nicht kommt, bleibt die Finck-Wiese so, wie sie jetzt ist.“ Bedenken hatte auch schon die Gemeinde Vaterstetten angemeldet.

Ob BMW tatsächlich nach Haar kommt, will das Unternehmen morgen bekannt geben. Beworben hat sich auch Unterschleißheim als Standort für das Forschungs- und Entwicklungszentrum.

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