"Wegweisend für unser Land"

- CSU-Generalsekretär bei Neujahrsempfang

Garching (dak) - Beim Neujahrsempfang des CSU-Ortsverbands Garching hat CSU-Generalsektretär Markus Söder seine Linie zum abendlichen Ausgehverbot für Jugendliche im Grundsatz bestätigt. Uhrzeit und Alter, ab der Kinder nicht mehr ohne Begleitung Erwachsener außer Haus sein dürfen, seien nicht entscheidend. Vielmehr sei ihm wichtig, dass überhaupt eine Diskussion geführt werde, "wie wir unsere Kinder erziehen" und "wie wir in einer Gesellschaft miteinander umgehen". An seiner Vorstellung über diesen Umgang ließ Söder kaum einen Zweifel: "Mit Kuschelpädagogik erreichen wir nichts, wir werden unseren Weg fortsetzen." Dabei werde man sich "nicht von Alt-68ern beeindrucken lassen".

Dabei kommt es Söder eigentlich auf etwas anderes an: "Eltern sollten wissen, wo ihre Kinder sind", sagte er vor den rund 150 Gästen im Garchinger Bürgerhaus. Anders als das Ausgehverbot konnten dieses Anliegen wohl auch die parteifremden Besucher - wie Bürgermeister Manfred Solbrig (SPD) und Vertreter der anderen Stadtratsfraktionen - unterstreichen. Wie Söder zu der Ansicht kommt, dass die Jugend zunehmend am Verwahrlosen ist, enthielt er den Garchingern nicht vor. Fälle wie "Mehmet", Jugendliche Intensiv-Straftäter, und Berichte der Polizei führte der CSU-Generalsekretär als Beispielfälle an. So hätten Beamte Elfjährige um 23 Uhr auf der Straße aufgelesen und nach Hause gebracht. Das Ergebnis laut Söder: "Die Eltern wussten nicht mal, dass die Kinder weg waren."

Ansonsten war Söders Rede ein Loblied auf Land und Standort Bayern, seine ob der Segnungen bayerischer Bildungspolitik schlauen Bürger (Pisa-Studie) und selbstredend die "Helden von Kreuth", wie sie Erwin Huber nennt. Auf den Landkreis herunter gebrochen, zielte sein Lob auf alle CSU-Ortsverbände, die TU Garching und den Abgeordneten Ernst Weidenbusch, dem es in Kreuth offensichlich gelungen ist, Profil zu gewinnen. Was Weidenbusch in Kreuth geleistet habe, sei "wegweisend für unser Land" gewesen, frohlockte Söder. Der Abgeordnete aus Haar sei zu später Stunde, als die Diskussion über die Einführung des achtjährigen Gymnasiums ins Stocken geraten war, ans Mikro getreten und habe ein entschiedenes Plädoyer für die schnellstmögliche Einführung gehalten. Die Landesleitung habe das Verhalten wohlwollend zur Kenntnis genommen, sagte Söder, der tags darauf sieben weitere Neujahrsempfänge absolvierte.

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