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„Weideprojekt Isarauen“ offiziell vorgestellt

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Die Murnau-Werdenfelser Rinder sorgen für das Öko-Gleichgewicht in der Nähe der Pupplinger Au.
Die Murnau-Werdenfelser Rinder sorgen für das Öko-Gleichgewicht in der Nähe der Pupplinger Au.

Schäftlarn - Murnau-Werdenfelser Rinder sind die Protagonisten in dem „Weideprojekt Isarauen“, durch das der Schneeheide-Kiefernwald in diesem sensiblen Gebiet gerettet werden soll.

Für den Regierungspräsidenten Christoph Hillenbrand war es eine Entschleunigung der besonderen Art: Mit zwei Planwagen wurden rund 20 Vertreter der an dem Naturschutzprojekt beteiligten Institutionen zu der rund 14,5 Hektar großen Fläche kutschiert, auf der die sechs Mutterkühe mit ihren Kälbern als Landschaftspfleger eingesetzt sind. Finanziert wird das Projekt zu 85 Prozent aus dem Bayerischen Naturschutzfonds. Geld gibt’s dafür außerdem vom Freistaat Bayern, der EU, dem Bezirk Oberbayern, dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen und dem Isartalverein. Dieser hat zusätzlich die Trägerschaft des vorerst über drei Jahre laufenden Projekts übernommen.

Mit der Beweidung soll verhindert werden, dass sich wieder eine dichte Streufilzdecke bildet. Denn diese erstickt schützenswerte und seltene Pflanzenarten wie den Stängellosen Enzian und verschiedene Orchideen. Indem vor allem das Rohrpfeifengras zurückgedrängt wird, verbessern sich zudem die Keimbedingungen für die Kiefernverjüngung. Zusätzlich werden von der Magerrasenpflege seltene Tiere wie Kreuzottern oder Schlingnattern profitieren.

Gleichzeitig soll das Projekt dazu dienen, die vom Aussterben bedrohte alte Haustierrasse der Murnau-Werdenfelser Rinder zu schützen. Die Isar-Ranger Andreas Huber und Bernhard März schauen täglich bei den Tieren vorbei. Sie achten auf deren Gesundheit und kontrollieren die Zäune. Auch Rolf Deeg mit seiner Hündin Chrisie, einer Brandlbracke, schaut nach dem Rechten. Der pensionierte Chemiker liebt seinen Job als Kuhhirte. Außerdem feilt er derzeit an einer Strategie, wie sich die Produkte der Rinder, - darunter Käse, Eis, Pralinen und Wurst - ab Oktober im Dorfladen Gelting am besten vermarkten lassen. Da sich bislang nur wenige Landwirte auf die Zucht der bedrohten Rasse spezialisiert haben, kann derzeit noch keine dauerhafte Versorgung garantiert werden.

Doch bei der offiziellen Präsentation des Weideprojekts hatten die geladenen Gäste die Gelegenheit, die von den Damen des Dorfladens hergerichteten Schmankerl der Murnau-Werdenfelser zu kosten. Da griff auch Regierungspräsident Hillenbrand gerne zu. Er hatte zuvor besonders die Teamarbeit gelobt, ohne die das Projekt nicht hätte umgesetzt werden können. Dem schloss sich auch Landrat Josef Niedermaier an. „Beim Naturschutz gibt es meist verschiedene Interessen, die zu bündeln nicht immer ganz einfach ist - hier ist es gelungen.“

Um die Entwicklung der Auen-Fläche dokumentieren zu können, wird das Projekt durch ein Monitoring wissenschaftlich begleitet. Die Beteiligten hoffen auf den Erfolg der Beweidung, und dass die Fläche ausgeweitet werden kann.

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