Traditioneller Höhepunkt: Das Argeter Adventssingen in der Pfarrkirche St. Michael hat eine lange Tradition. Die Spenden fließen in die Renovierung der Kirche. Heuer sind 1059 Euro zusammengekommen. Foto: kathrin Kohnke

Weihnachten in allen Herzen

Arget - Argeter Adventssingen bringt einen Spendenerlös von über 1000 Euro für die Renovierung der Kirche

Arget - Stimmungsvoll und festlich: Nicht mehr wegzudenken in der Gemeinde ist das traditionelle Argeter Adventssingen in der Pfarrkirche St. Michael. Etwa 50 Mitwirkende sorgten vom Altarraum aus für ganz besondere Momente.

Prälat Walter Wakenhut führte durch das Programm. Bereits zum 40. Mal zeigte St. Michael sein weihnachtliches Gesicht. Wunderschön der prächtige Weihnachtsbaum, geschmackvoll mit Strohsternen geschmückt. Im Altarraum versammelt die Akteure der Stunde, die meisten von ihnen aus dem Sauerlacher Raum, seit vielen Jahren dabei. Etwa der Niederhamer Saitenklang mit Hubert Zellner. Nicht Baupläne, sondern nur Noten und sein Hackbrett hatte der Bauamtsleiter an diesem Abend im Kopf.

Auch Ehefrau Petra macht beim Saitenklang als Gitarristin mit, ebenso Regina Felbermeir vom gleichnamigen Harfen-Duo. Dort musiziert sie gemeinsam mit Katharina Fichtner. Die klare Akustik der barocken Dorfkirche übertrug die Saitenklänge in die Herzen. Weitere Mitwirkende waren die Argeter Bläser um Valentin Gröbmair, bei denen auch Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle tubamäßig glänzt.

Für das Programm zeichnete Valentin Gröbmair ebenfalls verantwortlich, dies bereits zum 33. Mal. Der 56-Jährige ist Profi - mit Musik im Blut. Er ist nicht nur langjähriger Chorleiter des Männerchors Arget-Sauerlach, sondern auch Chef der Tanzkapelle Argeter Buam sowie der Oberlandler Wirtshausmusi. Für das Adventssingen sorgte er für die kurzzeitige Fusion zweier Chöre: Gemeinsam sangen sein Männerchor sowie der Kirchenchor St. Michael wunderbare Harmonien. Vier Wochen zuvor hatten die Proben begonnen. Als besondere Gäste hatte Gröbmair die Geschwister Ertl aus Lenggries eingeladen.

„Wir wollen mit dem Singen dazu beitragen, dass auch in uns Weihnachten werden kann“, hieß Prälat Wakenhut die etwa 150 Besucher willkommen. Von 1997 bis 2003 war er selbst Pfarrer an St. Michael, und ebenfalls langjähriger Vorsitzender des Männerchors. Der Prälat verknüpfte die Darbietungen mit nachdenklichen Texten zu einem festlichen, besinnlichen Ganzen. Unter anderem zitierte er den österreichischen Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), der zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhundert zählt. Seine Werke sind klassische Weihnachtsliteratur. „Er verstand es wie kein anderer, den Menschen Advent und Weihnachten nahezubringen“, sagte Wakenhut. Als „winzigen Funken Licht in der schrecklichen Finsternis“ habe Waggerl diese Zeit verstanden.

Alle Akteure des Adventssingens tun dies ehrenamtlich und von Herzen - um Spenden wird anschließend gebeten. „Heuer sind 1059 Euro zusammengekommen“, freut sich Gröbmair über den Rekord. Das Geld diene der dringenden Kirchenrenovierung, erläutert der Dirigent. Im Fokus seien unter anderem der Stuck, die Fresken, Heizung und Elektrik. Das Planungs- und Genehmigungsverfahren läge dem Ordinariat vor. Unter Umständen sei St. Michael dann für ein Jahr geschlossen.

Der Abend endete gemütlich im benachbarten Trachtenverein. Als absolute Krönung des Konzerts sang der gemischte Chor zuvor „Die heilige Nacht“ von Johann Friedrich Reichardt (1752-1814).

Kathrin Kohnke

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