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In Bedrängnis ist derzeit das Evangelische Haus für Kinder. Es gibt zu wenig Erzieher.

Weil die Erzieher fehlen: 45 Kindergartenplätze in Gefahr

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    Florian Prommer
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Stehen ab Herbst 45 Kinder in Haar ohne Betreuungsplatz da? Diese Hiobsbotschaft verkündete zumindest Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD). Aus Mangel an Erziehern würde eine Einrichtung ihre Kapazität halbieren. Nach Informationen des Münchner Merkur handelt es sich dabei um das Evangelische Haus für Kinder. Die Gemeinde sucht fieberhaft nach Alternativen. Der Träger hält sich bedeckt.

Haar– Mit ihrer Ankündigung sorgte Haars Bürgermeisterin Müller für jede Menge Aufregung und für Gesprächsstoff in ihrer Gemeinde. Der Träger eines örtlichen Kindergartens, so teilte Müller in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mit, fahre seine Kapazität von 100 auf 55 Plätze zurück. Begründet habe er diesen Schritt allen voran mit personellen Engpässen.

Zu Beginn des neuen Betreuungsjahres im September wären somit 45 Kinder unversorgt. Alternativen? Mangelware. Auch in Haar sind freie Betreuungsplätze rar. Derzeit sind fast alle belegt. Der im Raum stehende Betreuungsplatz-Rückschlag trifft die Gemeinde unvorbereitet. „Eine Einrichtung, die ihre Kapazität halbiert, hatten wir nicht auf der Rechnung“, sagte Müller. Um welche es sich dabei handelt, wollte sie allerdings nicht sagen. Nur so viel: Sie führe bereits „ernste Gespräche“ mit dem Träger.

Wie mehrere Quellen bestätigten, geht es um das Evangelische Haus für Kinder der Jesuskirche. Träger ist der Zweckverband der Evangelischen Kindertageseinrichtungen in München (EKIM). Dort will man sich zu den Gerüchten nicht so recht äußern. Geschäftsführerin Johanna König-Müller sagte auf Anfrage lediglich: „Uns ist das zu Ohren gekommen. Wir schließen keine Gruppen.“

Die Realität liegt wohl irgendwo zwischen den Aussagen von Bürgermeisterin Müller und EKIM-Geschäftsführerin König-Müller. So gibt es nach Informationen der Redaktion in der Einrichtung zwar durchaus Personalprobleme. Denen versuchen die Verantwortlichen nun aber schleunigst beizukommen. Die Suche nach neuen Erziehern läuft, erste Bewerbungsgespräche sollen stattgefunden haben. Und auch die Gemeinde arbeitet derzeit unter „Hochdruck“ an einer Lösung, wie Ute Dechent, die Persönliche Referentin der Bürgermeisterin, sagt. Denn Stand jetzt geht die Verwaltung vom Fall der Fälle aus. „Die Einrichtung hat beschlossen, keine neuen Kinder aufzunehmen“, sagt Dechent. Die Situation ist dadurch merklich angespannt: „Es fallen fast zwei Gruppen weg. Das ist für die Kinder sehr schade.“

Müller werde daher nochmals das Gespräch mit dem Träger suchen, um zu klären, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, den Betrieb auch ab Herbst bei voller Kapazität beizubehalten. Parallel dazu prüft die Gemeinde andere Optionen, etwa eine Unterbringung in Containern. So, sagt Dechent, „könnten wir zumindest einem Teil der Eltern helfen“.

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