Zu wenig Lehrer: Eltern verfassen Petition

- Unterschleißheim (agm) - Der Weg in den Bayerischen Landtag haben die Elternbeiräte der Rupert-Egenberger-Schule gestern nicht umsonst angetreten. Auch, wenn im Petitionsausschuss letztlich ihr Wunsch auf eine Erhöhung der Lehrerzahl an der Förderschule nicht behandelt wurde. Zu viele andere Eingaben und Beschwerden liegen schon vor. "Aber jetzt wissen wir, wie es da zugeht", meinte Elternbeiratsvorsitzender Andreas Allrich. Er klang ernüchtert: "Das läuft ja sehr geschäftsmäßig dort ab. Ich war überrascht, mit welcher Routine und gewissen Gleichgültigkeit die Abgeordneten mit den Anfragen und Bitten der Bürger umgehen."<BR>

Am 9. März soll nun die Petition behandelt werden. Allrich und die Eltern werden sich auf diesen Termin besser vorbereiten. "Wir wissen, dass der Dachauer Abgeordnete Blasius Thätter für die Förderschulen zuständig ist. An ihn werden wir uns wenden. Das hatte bisher nicht geklappt." So sei man fast froh, dass gestern nicht mehr verhandelt wurde.<P>Im zuständigen Schulamt bei der Regierung waren die Eltern schon gescheitert. Ihr Begehren wurde dort abgeschmettert. Dabei sei die Situation sehr ernst, so die besorgten Eltern: Mit dem neuen Schuljahr ergab sich ein Wechsel im Lehrerkollegium. Drei Pädagogen verließen die Schule und es kamen weniger nach. Insgesamt blieb eine Differenz von 30 Wochenstunden, die nicht mehr ausgeglichen wurde, also eine Vollzeitstelle. Durch die Langzeiterkrankung einer Lehrkraft verschärfte sich die Situation zusätzlich. 58 Wochenstunden fehlten bei nahezu gleicher Schülerzahl.<P>Die Folge war, dass Förderstunden drastisch reduziert wurden. Von zwölf Grundschulklassen erhielten nur noch drei extra ausgewiesene Förderstunden. Auch werde in sehr betreuungsbedürftigen Klassen die zulässige maximale Schülerzahl überschritten. Ein weiteres Ärgernis: Aufgrund des Lehrermangels sei der Ethik-Unterricht ersatzlos gestrichen. Sogar Sprachheilförderung, gerade an einer Förderschule sehr wichtig, wurde gestrichen. Alles unhaltbare Zustände, die man nicht gewillt sei, weiter hinzunehmen. Jetzt hoffen die Eltern auf weniger Gleichgültigkeit im Ausschuss.<P>

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