Rückruf: Hersteller warnt vor Alltags-Gewürz - Verzehr kann schädlich sein

Rückruf: Hersteller warnt vor Alltags-Gewürz - Verzehr kann schädlich sein

Weniger ALB-Befall als befürchtet

Neubiberg - Keine riesigen Bauvorhaben oder exorbitanten Löcher in der Gemeindekasse - es sind die kleinen Dinge, die derzeit die Neubiberger bewegen. Genauer ein bis zu fünf Zentimeter großer Käfer, der für viele der rund 60 Besucher der Grund war, zur Bürgerversammlung in die Grundschul-Aula zu kommen.

Michael Matuschek vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Ebersberg hat auch positive Nachrichten im Gepäck: „Wir haben bislang weniger Befall gefunden, als wir zunächst befürchtet hatten.“ Baum für Baum, Grundstück für Grundstück haben das AELF und die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) akribisch, teils mit speziell ausgebildeten Hunden, abgesucht. Das Ergebnis: Nach derzeitigem Stand sind 23 Bäume befallen, die mittlerweile auch gefällt worden sind. „Wir hoffen, dass wir auch nichts mehr finden“, erklärte Matuschek, der dem Käfer nur eine positive Eigenschaft abgewinnen kann: „Er ist sehr träge und legt dadurch keine großen Strecken zurück.“ Was allerdings keine Sicherheit bietet, wie Michelangelo Olleck von der LfL weiß. So seien nach Abschluss der ersten Begehungen der Einsatz von Baumkletterern geplant, um die Bepflanzung in der Quarantänezone noch genauer unter die Lupe nehmen zu können.

Anwohnerin Meike Leopold hingegen kann nicht verstehen, dass die radikale Vernichtung von Bäumen die einzige Möglichkeit sein soll. Leopold: „Experten haben sich bereits kritisch dazu geäußert und es gibt auch eine Bürgerinitiative, die dieses Vorgehen verurteilt.“ Laut Olleck gebe es derzeit allerdings keine andere Lösung, dem Schädling Herr zu werden: „Wir haben beispielsweise keine Pestizide gegen den Käfer, die in Deutschland zugelassen sind.“

Gerhard Metzner moniert die Vorgehensweise der Einsatzkräfte. „Bei einer Nachbarin sind im Grundstück vier Bäume farblich markiert worden, obwohl sie gar nicht zu Hause war“, berichtet Metzner, der sich sicher ist: „Nicht einmal die Polizei darf einfach so auf ein Grundstück spazieren.“ Eine Einschätzung, die Olleck und Matuschek teilen. Eine Kollegin sei deshalb bereits mit der betroffenen Nachbarin im Gespräch. Die Mitarbeiter seien dazu angehalten, nur nach Rücksprache mit den Grundstücksbesitzern die Bäume zu kontrollieren. Insgesamt habe das auch sehr gut geklappt, wie Matuschek sagt: „Die Bürger sind sehr freundlich und hilfsbereit - und haben uns sogar mit Kaffee empfangen.“

Lob für die Informationspolitik der Kommune gab’s von Olaf Zapf. „Die Gemeinde hat sehr schnell reagiert und informiert“, findet der Neubiberger, der sich allerdings noch mehr Infos für Gartenbesitzer wünschen würde. „Viele wissen gar nicht, was sie jetzt mit ihrem Schnittgut anfangen sollen“, sagt Zapf. Die Antwort gibt Georg Wagner, Geschäftsleiter des Zweckverbands München Südost: „Wir nehmen das Schnittgut entgegen und entsorgen es dann genau nach den Vorgaben.“ Wichtig sei allerdings, so Bürgermeister Günter Heyland, dass das Schnittgut die Quarantänezone nicht verlasse. Heyland: „Wer beispielsweise ein Unternehmen mit der Gartenpflege oder dem Baumschnitt beauftragt, muss den Betrieb unbedingt darauf hinweisen, dass das Schnittgut beim Zweckverband abgegeben werden muss.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Garchings Haushalt erreicht Rekordhoch
Die Stadt Garching schultert heuer ein massives Finanzpaket. Erstmals knackt sie die 100-Millionen-Euro-Schallmauer. Die Fraktionen waren mit dem Haushalt aber nicht …
Garchings Haushalt erreicht Rekordhoch
Verkehrschaos nach zwei Unfällen in Haar
Für massive Behinderungen im Berufsverkehr haben zwei Unfälle am Donnerstagabend auf der Bundesstraße 304 in Haar gesorgt. 
Verkehrschaos nach zwei Unfällen in Haar
Plastikmüll nimmt überhand: Unterhaching muss Tonnen öfter leeren
Weil immer mehr Plastik-Abfall anfällt, will Unterhaching den Entsorgungsrhythmus erhöhen. Das sorgt für Ärger mit der Entsorgungsfirma.
Plastikmüll nimmt überhand: Unterhaching muss Tonnen öfter leeren
Katzenmama und Babys kompett verwahrlost in Wohnung entdeckt - War der Züchter überfordert? 
In Oberschleißheim bei München haben Tierschützer 30 verwahrloste Katzen gerettet. Darunter auch eine Mama und ihre Katzenbabys. Die Tiere waren in Käfigen eingepfercht. 
Katzenmama und Babys kompett verwahrlost in Wohnung entdeckt - War der Züchter überfordert? 

Kommentare