Die Westumgehung: Von Feldmoching im Süden kommend, schwenkt die neue Trasse (rote geschlängelte Linie) vor Oberschleißheim nach Westen ab, führt entlang der A 92 und mündet nach Schleißheim wieder auf die alte Staatsstraße. Über die B 471 (blau) soll eine Brücke geschlagen werden. Grafik: Staaliches Bauamt Freising

Westumgehung für Schleißheim: Angst vor der Monsterbrücke

Oberschleißheim - Die Ortsumgehung Oberschleißheim steht in der obersten Dringlichkeitsstufe des Ausbauplans für Staatsstraßen in Bayern. Die Projektvorstellung des Staatlichen Bauamts Freising im Oberschleißheimer Gemeinderat bestätigte Gegner der Westumfahrung jedoch in ihren Zweifeln. Die Brücke über die B-471 sei ein "Monsterbauwerk".

Die Westumgehung soll parallel zur A 92 gebaut werden. Heuer ist die Umweltverträglichkeitsprüfung geplant. Vor allem der, wie Gemeinderat Peter Lebmeir (CSU) sich ausdrückte, „nicht wertschöpfende Transitverkehr“ soll um Oberschleißheim herum geleitet werden. In dem Sinne hatten SPD, FW und FDP schon im Juli 2007 angeregt, die Staatsstraße 2342, die von Unterschleißheim über Oberschleißheim Richtung München führt, im Norden Schleißheims nach Westen zu führen, an der Autobahn entlang, bis die Umfahrung im Süden der Gemeinde wieder auf die alte St 2342 treffen würde. Baudirektor Peter Döbl erwartet für die kommenden 30 Jahre einen bis zu 50-prozentigen Verkehrszuwachs auf dann 20 000 Fahrzeuge pro Tag auf der Staatsstraße. Er bezieht sich auf ein Gutachters, wonach besonders der von München kommende, auf der B 471 westwärts Richtung Dachau oder A92 fahrende Verkehr merklich ansteigt. Knackpunkt der vorgestellten Planung ist der Knotenpunkt der neuen Trasse mit der B 471. Döbl geht von fünf Fahrspuren aus. Eine solche Riesenkreuzung will das Straßenbauamt vermeiden, indem die Ortsumfahrung auf einer Brück über die B 471 führt. Der kompletten, ampelfreien Westumgehung schreibt Döbl eine Entlastungswirkung von bis zu 50 Prozent zu.

Gerade die Brücke sorgte im Gemeinderat für erhebliche Bedenken. Das in einer Höhe von wenigstens 4,50 Metern verlaufende „Monsterbauwerk“ würde Kfz-Lärm weit über die Gemeinde verteilen, fürchten Kritiker aus CSU und Grünen. Ein Problem, das umgangen worden wäre, hätte das Bauamt die von der CSU verlangte Süd-Umfahrung, die Verlegung der B 471 an die A 99, berücksichtigt. CSU-Ortsvorsitzende Angelika Kühlewein hielt den Planern das für Oberschleißheim „typische kleinkarierte Denken“ vor: Eine Variante nach der nächsten, statt eines umfassenden Konzepts.

Überhaupt keinen Sinn in einer Ortsumfahrung vermag Peter Benthues (CSU) zu erkennen. „Die Leute werden weiter den kürzesten Weg von München nordwärts wählen - und der führt durch Oberschleißheim!“ Während der SPD eine Entlastung von 50 Prozent eine Ortsumfahrung Wert ist, zweifelte Markus Büchler (Grüne) die Verkehrszahlen an. Die stünden im Widerspruch zu den Zählungen des Landratsamts. Demnach steigt das Verkehrsaufkommen in geringerem Maße. Öffentlicher Nahverkehr und Mobilität der Bürger seien gar nicht berücksichtigt worden. Büchler sprach von einer „sehr euphemistischen Variante, die Lust machen soll auf Straßenbau“. Durch die Umgehungsstraße verbaue sich Schleißheim zudem die letzten Bauflächen im Westen. an

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