"Wieder bei Adam und Eva"

- Ismaning - "Jetzt hilft nur noch beten." Dekan Volker Herbert schnauft tief durch. Ja, die Verhandlungen zum ersehnten Kirchenan- und -neubau der evangelischen St. Gabriel-Gemeinde stünden auf des Messers Schneide. Am 7. Februar wird es eine neue Gesprächsrunde mit allen Beteiligten, darunter Pfarrer Leo Volleth, die Vertreter der Kirchengemeinde, des Fördervereins, der politischen Gemeinde, Architekt Theodor Steinhauser, dem Baureferenten der Landeskirche, Harald Hein, und ihm geben: "Ich kann mich nicht optimistisch äußern. Es müssen einfach alle kompromissbereit sein."<BR>

<P>Da gibt es eine Kirchengemeinde, die nach sieben mageren Jahren des Kämpfens, Überlegen und Planens endlich ein Ja-Wort zur Bauplanung erwartet. Es gibt eine politische Gemeinde, die mit 256 000 Euro Zuschuss hofft, das seit Jahrzehnten brach liegende Areal endlich abrunden zu können. Es gibt einen Architekten, der zwar schon lange im Ruhestand ist, aber die Planungsrechte innehat - und eine Tochter, die sein Erbe gern weiterführen würde. Schließlich noch einen erfahrenen Baureferenten der Landeskirche, der erst seit Juni 2005 im Amt ist, und plötzlich das, was die Ismaninger seit sieben Jahren x-mal durchgedacht haben, beiseite schiebt, und ganz neu nachdenkt. "Jetzt sind wir mit der Diskussion wieder bei Adam und Eva", meint Pfarrer Volleth: Das sei frustrierend.<P>Dazwischen steht Dekan Herbert, der die Gruppen zusammenbringen soll. Er spricht von einer "sehr engagierten Kirchengemeinde", und einem "außergewöhnlichen finanziellen Entgegenkommen der politischen Gemeinde".<P>Die Ismaninger favorisieren einen sakralen Solitärbau, den Architekt Günter Rettenmeier konzipieren soll, auf der Wiese im Westen des bestehenden Zentrums. Dazu soll dann die Gemeindehauserweiterung auf Grundlage von Steinhausers Planung kommen. Der Architekt, der Dekan Volker Herbert zwischen allen Fronten die Rechte innehat, möchte das Gesamtzentrum natürlich planen. Baureferent Hein bringt nun als weitere Alternative eine Steinhauser-Planung mit Solitärbau im Osten, direkt eng an der Straße ins Spiel: Damit die Kirche auch vom Bahnhof aus kommend, gesehen wird.<P>Kompromissbereit scheinen alle. Steinhauser betont: "Ich bin jederzeit zu einer Zusammenarbeit bereit." Pressesprecherin Susanne Hassen von der Landeskirche betont: "Herr Hein hat den Vorschlag der Solitärlösung im Osten in bester Absicht eingebracht. Als Alternative, weil doch Architekt Steinhauser auf seinem Planungsrecht besteht." Die Gesamtsituation sei "leider etwas verworren". Der Vertrauensmann der Ismaninger Gabrielkirche, Christhard Boettinger, weiß: "Es ist uns klar, dass eine Lösung nur mit Herrn Steinhauser geht."<P>Vielleicht werden die Gebete ja erhört, und es folgen nun sieben fette Bau- und Einweihungsjahre. A. Ganssmüller-Maluche<P>

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