Sie wollen’s wissen: Zum Vorstand der neuen FDP-Ortsgruppe Sauerlach gehören (v.l.) Josef Kastenmüller, Gabriele Berg, Ursula Gresser, Anton Roßkopf und Thomas Klein. Foto: KKO

Wiederbelebt: FDP gründet Ortsgruppe in Sauerlach

Sauerlach - Jetzt machen sie Nägel mit Köpfen, die Freien Demokraten in Sauerlach. Ab sofort gibt es hier wieder eine Ortsgruppe, der Vorstand ist gewählt. Vorsitzende ist die Professorin und Internistin Ursula Gresser. Mit ihrer Stellvertreterin Gabriela Berg kapert eine Ex-Piratin die Liberalen.

Als Frontfrau bestätigt wurde erwartungsgemäß Ursula Gresser (58). Schon bei einem ersten Bürgerdialog Mitte Oktober hatte sie mit viel Tatendrang gepunktet (wir berichteten). Von 1977 bis 1992 war die Sauerlacher Ärztin Mitglied der FDP, wechselte dann zur CSU, die sie Mitte des Jahres zu Gunsten der FDP verlies. Ihr größter Wunsch? „Am meisten würde ich mich freuen, wenn es uns gelingen würde, junge Mitbürger zum Engagement in und für Sauerlach zu motivieren.“ Die Zukunft gehöre der Jugend, sie solle sie gestalten dürfen.

Überraschend die Wahl ihrer Vertretung: Bis vor etwa drei Wochen saß Gabriela Berg (55) noch für die Piraten im Bezirkstag Oberbayern, war Mitglied des Bezirksvorstands. Die Nähe der Partei zum Grundgesetz gefiel der Tierärztin. Dann das Aus. Zwei Jahre Richtungsstreit, Zersplitterung. Berg, ehemals Vize-Vorsitzende der Piraten sagte sich los und heuerte bei den Liberalen an. Deren Entwicklung sei zukunftsweisend. „Politik aus der kleinen Zelle wie einem Ortsverband ist elementar.“ Mit ihrem Lebensgefährten Anton Roßkopf (59) sitzt ein weiterer Ex-Pirat mit im Boot. Er ist einer der Beisitzer. Der Handwerksmeister hat sich die Verkehrspolitik auf die Fahne geschrieben. Weiterer Vize-Vorstand ist Thomas Klein (56), seit 1985 in der Partei. Der gebürtige Siegener lebt seit 25 Jahren in Bayern, war schon in München im Ortsverband. Seit 15 Jahren wohnt er in der Gemeinde. Etwas bewegen will der Diplom-Kaufmann in den Bereichen Breitbandausbau, Asyl- und Rentenpolitik. Er wünscht sich mehr Zuzugsmöglichkeiten für Nicht-Sauerlacher.

Und dann hielt der Abend noch eine Überraschung bereit: der Ur-Sauerlacher Josef Kastenmüller, bekannter Holzhändler und Spediteur, trat in die FDP ein. Erst am Abend der Wahl hat er den Neumitgliedsantrag gestellt und wurde prompt zum Beisitzer gewählt. Viele Jahre war er Mitglied der CSU. Seit drei Jahren lebt er im Ruhestand, ist bis heute ein durch und durch politischer Mensch. Ein Querkopf und Denker, alles andere als bequem. „Ich freue mich, dass die FDP jetzt wieder auf die Füße kommt, es passiert so viel im Land“, sagte Kastenmüller.

Es war ein handverlesener Kreis, der sich im Postwirt zur Mitgliederversammlung gefunden hatte. Schon vor rund zehn Jahren hatte es eine Ortsgruppe gegeben. Aufgrund des Wegzugs hauptsächlich der jungen Mitglieder löste sie sich allmählich auf.

WiedDer neue Vorstand kann auf erfahrene Rückendeckung setzen. So oblag die Wahlleitung dem Europabeauftragten Rochus Kammer. Gekommen waren ebenfalls der Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes München Land, Ralph Peter Rauchfuss, sein Vize Matthias Schröder sowie Kreisrat Tobias Thalhammer (MdL a.D.). Die Wahl lief glatt und reibungslos. Fünf Wähler, fünf Kandidaen - der Vorstand.

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