Wieviel Feuerwehr braucht eine Gemeinde?

Schäftlarn - Die Grünen in Schäftlarn haben im Zuge der Planung für das Feuerwehrhaus der Hohenschäftlarner Feuerwehr einen Antrag auf Erhebung einer Bedarfsanalyse hinsichtlich aller drei Ortsfeuerwehren gestellt. Die letzte wurde vor zehn Jahren erhoben.

Die Grünen plädieren dafür, einen externen Planer hinzuzuziehen. „Diese würde etwa 10 000 Euro kosten“, gab Hauptamtsleiter Stefan Wallner zu bedenken. Das Bayerische Staatsministerium empfehle, den Plan in Zusammenarbeit mit den Kommandanten und des Kreisbrandrates selbst zu erstellen.

„Die Analyse soll uns eine Übersicht verschaffen, welche Fahrzeuge und technischen Geräte an welchen Standorten unbedingt von Nöten sind, um allen Anforderungen gerecht zu werden“, begründete Christian Lankes das Anliegen seiner Fraktion. Der Politiker möchte erfahren, welche Synergieeffekte und Kosteneinsparungen bei einem Neubau erzielt werden können. Zudem könne man durch die Einplanung von weiteren Vereinsräumen die Raumnotsituation an der Schule entschärfen. „Auch die Idee eines Bürgersaales könnte man einfließen lassen.“

Dieses Stichwort brachte Christian Fürst (CSU), selbst seit 24 Jahren aktives Mitglied bei der Ebenhauser Feuerwehr, auf den Plan. „Das wäre die absolute Kathastrophe. Wie soll das gehen? Ich denke hier nur an all die benötigten Parkplätze, und die ganzen An- und Abfahrten. Für mich ist ein Feuerwehrhaus noch immer ein Feuerwehrhaus.“

Auch Josef Woratsch (GU), ehemaliger und langjähriger Ebenhauser Feuerwehrkommandant, hob den Finger: „Jede Ortsteilfeuerwehr hat ihre besonderen Einsatzgebiete. Hohenschäftlarn und Neufahrn müssen laufend auf die A95, Ebenhausen hat das Kloster Schäftlarn, das Altenheim und die Schule. Was ist, wenn ein Externer nun den Kauf einer Drehleiter aufgrund dieser besonderen Objekte fordert?“ Bis dato hat die Feuerwehr im Notfall mit den Kollegen aus Baierbrunn zusammengearbeitet.

Maria Reitinger (UWG) sah eine andere Gefahr: „Und wenn herauskommt, dass wir eine Feuerwehr einsparen könnten? Wer sagt dem Verein, dass er nun aufgelöst wird? Unmöglich.“ Das sah Georg Lang (CSU) genauso: „Wir haben weit über 100 Aktive, und die Leute leben auch von der Motivation.“

„Ich habe immer betont“, sagte Lankes, „dass ich die Arbeit der Feuerwehren unendlich schätze.“ Und deshalb müsse es die Feuerwehr aushalten, dass solche Diskussionen geführt werden. Der ehemalige Bürgermeisterkandidat verwies auf den Wahlkampf: „Auch damals hatte ich dieses Thema auf den Tisch gebracht, und fast einen Shitstorm geerntet.“

Fürst wies erneut darauf hin, dass die jeweiligen Kommandanten seit Jahren eine hervorragende Arbeit leisten - „und zwar ohne Hilfe von außen. Zudem wurde von der Inspektion bereits ein Einsatzplan erstellt und auch die Beschaffung der Fahrzeuge dahingehend ausgerichtet.“

Letztlich sprachen sich alle Gemeinderäte dafür aus, unter Beteiligung der Ortsteilkommandanten und des Kreisbrandrats eine Bedarfsplanaktualisierung bis Jahresende durchzuführen - allerdings ohne einen externen Berater hinzuzuziehen (Votum: 14:5). (sh)

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