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Neue Ortsmitte im Model.

Wettbewerb entschieden

Unterföhrings neue Mitte

Unterföhring - Die Münchner Stadtplaner Hirner und Riehl haben den Realisierungswettbewerb für die neue Ortsmitte in Unterföhring gewonnen.

Jetzt ist es raus: Die Gemeinde Unterföhring hat entschieden, welche Architekten die neue Ortsmitte auf dem ehemaligen Bahog-Gelände gegenüber dem S-Bahnhof planen dürfen. Auf den 37 000 Quadratmetern wird ein Zentrum mit verschiedenen Nutzungen geschaffen. Verständlich, dass der Gemeinde viel daran lag, den richtigen Architekten zu finden. 17 Büros haben an dem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb teilgenommen. Architekten aus Hamburg, Berlin, Wien und der Schweiz erarbeiteten Ideen.

In einem anonymisierten Verfahren wählten elf Preisrichter unter der Juryleitung von Ludwig Wappner nach mehreren „anstrengenden, aber sehr interessanten Stunden“, wie Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU) berichtet, den Sieger aus und entschieden sich mehrheitlich für den Entwurf von Hirner und Riehl. Erst als die drei ersten Preise fest standen, wurden die Namen der Sieger verkündet. Umso erfreuter war Bürgermeister Kemmelmeyer, der selbst den Sieger-Entwurf favorisiert hatte, dass mit den beiden Münchnern ein Büro gewonnen hat, das in Unterföhring bereits das Kinderhaus an der Straßäckerallee gebaut hat. „Und das hat ja sehr gut mit der Umsetzung geklappt“, meinte Kemmelmeyer, als die Sieger am Freitag der Presse vorgestellt wurden. Die Landschaftsplanung hat Hermann Brenner aus Landshut für den Entwurf beigesteuert.

Neue Ortsmitte im Model.

Für Kemmelmeyer ist die neue Ortsmitte „eines der wichtigsten Projekte, die wir angehen werden“. Viele Vorgaben hatten die Planer zu erfüllen, es sei „eine sehr komplexe Aufgabe gewesen“. Auf dem Areal soll schon ab 2016 der Neubau für Volkshochschule und Musikschule entstehen. Anschließend folgen Büros und Gewerbe, ein Supermarkt, kleine Läden, Gastronomie, Wohnungen und Grünflächen mit Aufenthaltsqualität, bei einer Bauhöhe von zwei bis vier Stockwerken mit unterschiedlichen Fassaden, so dass Monotonie vermieden wird. Außerdem wurden die Wettbewerbsteilnehmer gebeten, möglichst nicht auf Sichtbeton zu setzten, sondern Ziegel- oder Klinkerfassaden den Vorzug zu geben, schließlich spielten Ziegeleien in der Unterföhringer Geschichte eine große Rolle.

 „Die Bezüge zu den benachbarten Quartieren werden beschickt aufgegriffen“, lobte Architekt Ludwig Wappner in der Stellungnahme der Jury den Entwurf der Preisträger. Martin Hirner berichtete, dass sein Büro ein Massenmodell von ganz Unterföhring gebaut habe. „Wir haben die bestehenden Strukturen für das Gelände weitergestrickt.“ Man habe etwa 30 Varianten entwickelt, bevor sich der endgültige Entwurf herausgeschält habe. „Wichtig war uns, dass die Plätze nicht zu groß werden, damit sie noch Aufenthaltsqualität haben.“ Der Bahnhof ist über einen zentraler Platz angebunden, der sich zur Ortsmitte hin verengt. Die Wohn- und Geschäftsgebäude werden dreistöckig erstellt.

PWU: Im Zentrum soll das neue Rathaus stehen

In der Mitte haben Hirner und Riehl ein freistehendes vierstöckiges Haus als Hochpunkt des Ensembles positioniert, das eigentlich als Wohn- und Geschäftshaus gedacht war. „Ich könnte mir vorstellen, dass das das neue Rathaus wird“, eröffnete Kemmelmeyer zur Überraschung der Planer. Ein entsprechender Antrag seiner PWU-Fraktion ist jüngst im Rathaus eingegangen. Die Architekten können sich diese Nutzung gut vorstellen: „Das ist eine Superidee“, findet Hirner, und auch Brenner ist der Meinung: „Das Rathaus würde die Ortsmitte tagsüber gut beleben und befruchten.“ Der zweigeschossige Baukörper für VHS und Musikschule hat eine dreieckige Grundfläche und ist kammartig in vier Streifen unterteilt, zwischen ihnen liegen Atriumhöfe. Hier gebe es aber bei einigen Räumen noch „Ungereimtheiten“, urteilte Juror Ludwig Wappner. Auch Kemmelmeyer hält Nachbesserungen für nötig. Hirner sicherte zu: „Wir arbeiten so lange daran, bis es passt.“ Er möchte mit den Nutzern einen Workshop durchführen. Auf dem östlichen Ideenteil, der sich in Privatbesitz befindet, sollen zu einem späteren Zeitpunkt Wohnungen realisiert werden.

Von Charlotte Borst

Alle 17 Wettbewerbsarbeiten werden noch bis zum 12. Dezember im Rathaus auf drei Stockwerken ausgestellt.

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