Rot verbindet: Helmut Dworzak (l.) bekommt die höchste Auszeichnung der SPD. Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller, seine Nachfolgerin im Amt, gratuliert ebenso wie der Haarer SPD-Ortsvorsitzende Peter König. Foto: SAb

Willy-Brandt-Medaille für Helmut Dworzak

Haar - Die Willy-Brandt-Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die SPD an ihre Mitglieder vergibt. Helmut Dworzak (65), 22 Jahre lang Bürgermeister in Haar und 44 Jahre in der Kommunalpolitik tätig, hat sie jetzt bekommen.

„Du hast es verdient“, sagte Peter König, der Ortsvorsitzende der Haarer SPD. „Ein Politiker, wie er im Buche steht“, sei Dworzak. 22 Jahre lang habe er „mit Umsicht, Kompetenz und ständiger Einsatzbereitschaft als Bürgermeister sozialdemokratische Politik betrieben und die Grundsteine für ein soziales Miteinander in der Gemeinde gelegt“, fügte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) hinzu. Sie ist im vergangenen Jahr zu Dworzaks Nachfolgerin im Amt gewählt worden. „Von Dir habe ich eine gut aufgestellte Kommune übernommen, die ich nun weiterentwickeln kann und auch neu positionieren muss.“ Kinderbetreuung, bezahlbarer Wohnraum und eine gute soziale Vernetzung von Bürgern und Vereinen sieht Müller als Grundlagen für ein gut funktionierendes soziales Miteinander. Sehr kontraproduktiv sei dagegen die Ablehnung der CSU zum Haushalt, die damit alle freiwilligen Leistungen, etwa für Sport- und Musikvereine sowie für die Volkshochschule, negiere. „Ich hoffe, die CSU kommt wieder zur Besinnung.“

Nicht minder ernst, aber in launige Worte, verpackte Dworzak seine Dankesrede. Angetreten sei er in der Politik mit dem Ziel der Veränderung der kapitalistischen Ordnung. „Marx und auch die Berliner Historiker hatten wir gelesen, so ging ich in die Kommunalpolitik, um den Bürgern zu zeigen, was nicht stimmt.“ Damals seien die Vermögensverhältnisse zwischen Spitzen- und Normalverdienern schon ungleich verteilt gewesen, dies habe sich heute um ein Vielfaches verschlechtert. So könne eine demokratische Gesellschaft auf Dauer nicht überleben. „Wir hatten keine Revolution und auch den Weltkapitalismus nicht zerstört, aber in Haar haben wir zumindest das sozialdemokratische Gesicht bewahrt“, befand er.

Erhaltenswertes stünde in einer guten Kombination mit Neuem, „wir haben uns stets um den Erhalt der Qualität bemüht und nicht ständig dem Diktat, wie man noch mehr Geld machen kann, hinterhergehechelt“. Als Beispiel nannte er die öffentlichen Gebäude, etwa das Rathaus, das Ausdruck eines selbstbewußten Bürgertums seien. Ebenso die nicht kommerziell zu nutzenden Räume, die die Gemeinde zur Verfügung stelle, damit ein gleichberechtigtes Miteinander stattfinden könne. „Diese Gleichberechtigung aller Menschen, egal in welchen sozialen Verhältnissen sie leben, findet hier den Rückhalt auch im Rathaus und müsste sich durchziehen bis in die hohe Politik“, forderte der Alt-Bürgermeister.

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