Wird Schulneubau verschoben?

Unterhaching - Der eigentlich für dieses Jahr geplante Neubau der Fasanenschule in Unterhaching steht auf der Kippe.

Die einst angedachten 25 Millionen Euro für den Schulneubau sind nach Einschätzung von Branchenkennern zu wenig, zwischen 30 und 35 Millionen Euro soll ein realistisches Volumen liegen. Konkrete Zahlen mag Rathaus-Sprecher Simon Hötzl nicht bestätigen, nur so viel: „Es handelt sich um das größte Infrastrukturprojekt der Gemeinde Unterhaching seit Jahrzehnten.“

Doch ist es in Zeiten der Wirtschaftskrise überhaupt noch zu stemmen? Daran mehren sich offenbar massive Zweifel, wie aus dem nicht öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung durchsickerte. Es hieß, das Verfahren werde „sehr dilettantisch“ gehandhabt und die Situation sei „reichlich verkorkst“.

Offiziell hat der Gemeinderatsbeschluss von 2008, die Fasanenschule komplett zu zu bauen, weiterhin Bestand. Wie lange noch, ist eine andere Frage. Es komme jetzt „alles auf den Prüfstand“, ließ ein Kommunalpolitiker durchblicken. Varianten gibt es anscheinend mehrere. Erstens: Der Neubau wird abgespeckt – schon beschlossen ist wohl, in einem Gebäudeteil auf ein drittes Stockwerk mit vier zusätzlichen Klassenzimmern zu verzichten. Zweitens: Das Vorhaben wird um mindestens ein Jahr verschoben in der Hoffnung, dass die Kassenlage bis dahin rosiger ist. Drittens: Sogar die früher favorisierte Idee, die Schule „nur“ zu sanieren statt sie neu zu bauen, ist wieder im Gespräch.

Hötzl hält sich bedeckt. „Die Phase der Kostenabschätzung läuft“, so der Rathaus-Sprecher, und: „Der Schulkörper in seiner derzeitigen Form und die Zeitabläufe werden optimiert.“ Parallel dazu laufen die Detailplanungen, von der Platzierung der Steckdosen bis zu energetischen Fachfragen, unvermindert weiter.

Das müssen sie auch, denn andernfalls könnte das beauftragte Münchner Architektenbüro „Krug und Partner“ Regressansprüche stellen. Dort hieß es gestern, es gebe „einen strammen Terminplan“ und man habe „extra Personal eingestellt“. Sollte das Bauvorhaben um ein Jahr verschoben werden, wäre das „schon ein Problem“, so Peter Franck vom Architektenbüro.

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