Referat über die Einwohnerzahl: In der Bürgerversammlung spricht Bürgermeister Stefan Schelle über die Bevölkerungsentwicklung. Sie wird durch das Einheimischen-Modell kaum steigen – zum Zug kommen nur Oberhachinger. Foto: bro

Wohnen nur bei kleinem Geld

Oberhaching - Wer darf einziehen? Wer nicht? In Oberhaching legen Gemeinderäte die Kriterien für die Einheimischenmodelle fest.

Bereits im Frühling starten die Bauarbeiten für eine größere Wohnanlage an der Kyberg Straße und dem Inneren Stockweg. Dort entstehen in drei Häusern insgesamt 30 Mietwohnungen für Einheimische sowie in einem weiteren Gebäude eine Demenz-WG, Räumlichkeiten für die Nachbarschaftshilfe sowie sechs zusätzliche Wohnungen. Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum für Einheimische zu schaffen, die sich die exorbitanten Preise auf dem Wohnungsmarkt nicht leisten können. Der Hauptausschuss hat sich mit dem Kriterienkatalog befasst, der für die vergünstigten Mietwohnungen gelten soll. Da jedoch die sechs Wohnungen in dem Haus, in dem Demenz-WG und Nachbarschaftshilfe situiert sein werden, nicht im Einheimischen-Projekt integriert sind, sondern für Bedienstete vorgehalten werden sollen, beantragte Margit Markl (SPD) auch diese an Einheimische zu vermieten. „Wir bauen derzeit 15 Wohnungen für Bedienstete an der Münchner Straße, das sollte erst einmal genügen“, meinte sie. Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) schlug vor, sich zunächst nicht festzulegen, sondern abzuwarten, wie sich die Zahl der Bewerbungen entwickelt und dementsprechend die Wohnungen zu vermieten.

Einstimmig wurde der Antrag bis April 2017 zurückgestellt - bis die Bewerbungen für die Mietwohnungen laufen werden. Aufgrund der zusätzlichen Wohnungen, die nun errichtet werden, wurde der Kriterienkatalog für Einheimische überarbeitet und aktualisiert. Wie bereits zuvor müssen Bewerber seit mindestens zehn Jahren in Oberhaching leben oder seit 15 Jahren ununterbrochen ihren Arbeitsplatz in der Gemeinde haben. Bei Rückkehrern aus anderen Städten, Landkreisen oder dem Ausland behält sich die Gemeinde eine Einzelfallentscheidung vor. Zudem müssen Bewerber glaubhaft nachweisen, dass sie nicht über Wohneigentum oder bebaubare Grundstücke verfügen.

Komplizierter wurde es bei den Einkommensgrenzen, die nach einhelliger Meinung der Räte nochmals genauer betrachtet werden müssen, da sie bei den verschiedenen Wohnanlagen unterschiedliche Höhen haben. So darf das Bruttoeinkommen für drei Personen in den Anlagen am Gänslerweg und der Hahilingastraße 52 000 Euro nicht übersteigen, bei der Anlage am Grünwalder Weg liegt die Grenze bei 60 000 Euro. Jedoch wird für Steuern, Kranken- und Rentenversicherung eine Pauschale von 30 Prozent abgezogen. Wie die Räte feststellten, würde sich durch dieses Rechenmodell die Einkommensgrenze speziell in der Anlage am Grünwalder Weg kräftig erhöhen. Das scheint nicht zielführend, da schließlich vor allem Oberhachinger mit kleinerem Geldbeutel zum Zuge kommen sollen. So beauftragte das Gremium die Verwaltung die Zahlen nochmals gegenüberzustellen und ein einheitliches System zur Berechnung zu gestalten.

Birgit Davies

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