"Wohngebiet in S-Bahn-Nähe entlastet insgesamt den Verkehr"

- VON MARTIN BECKER Taufkirchen - Die Taufkirchner SPD hat die Ergebnisse der "Bürgerwerkstatt" zur geplanten Bebauung der Kegelfelder bis ins kleinste Detail analysiert und aufgeschlüsselt. Neben interessanten Anregungen traten auch Widersprüche zutage. So nannte beispielsweise die Arbeitsgruppe 3 (insgesamt gab es derer acht) unter "Stärken" die "fußläufige Anbindung an das öffentliche Verkehrssystem und zu den kulturellen, wirtschaftlichen und sonstigen Einrichtungen", unter "Schwächen" war dagegen von einer "unbefriedigenden Verkehrssituation" die Rede. "Eine konträre Meinung innerhalb einer Arbeitsgruppe", fand der SPD-Fraktionsvorsitzende Josef Seehuber. "Aber auch insgesamt war das Meinungsbild bei der Bürgerwerkstatt nicht immer einhellig."<BR>

<P>Ein kleinflächiges Gutachten soll nun die Verkehrssituation simulieren (wir berichteten) und neue Erkenntnisse liefern. "Fünf bis acht Prozent Verkehrszunahme bemerken die Anwohner gar nicht", glaubt Seehuber. Vor allem aber hofft er, dass die künftigen circa 2000 Bewohner der Kegelfelder das Auto sowieso stehen lassen: "Wegen der Nähe zur S-Bahn und der zu Fuß erreichbaren Infrastruktur werden nur wenige auf den Pkw angewiesen sein." Grundsätzlich, so Seehuber, "würde das Verkehrsaufkommen durch die Ansiedlung von Bürgern im Außenbereich mehr erhöht als durch Bürger, die in der Nähe der S-Bahn wohnen".<P>Was die Verbesserung des Bahnhofs angeht, so hat die Bürgerwerkstatt eine "futuristische Vision mit zwei Ebenen gezeigt", so Bürgermeister Eckhard Kalinowski, der das für eine gute Idee hält. "Ausgestaltungsmöglichkeiten gibt es mehrere, beispielsweise so wie in Sauerlach." Was die Erschließung - beispielsweise von Norden her über die Waldstraße - angeht, so soll das Gutachten von Professor Harald Kurzak Details liefern.<P>Als gute und neue Ideen aus der Bürgerwerkstatt geprüft werden derzeit, ob sich eine zusätzliche Fußgängerunterführung zwischen Bahnhof und Realschule realisieren lässt oder woher das Wasser für einen etwaigen See in der Grünanlage im Zentrum der Kegelfelder kommen könnte. Ablehnend steht die SPD dem Wunsch einiger Bürger nach einer deutlich geringeren Bebauung entgegen. Seebauer verweist darauf, dass mit der Geschossflächenzahl von 0,68 das Ausmaß der Bebauung "um etwa 30 Prozent geringer ist als in der unmittelbaren Umgebung". Aus städtebaulichen Gesichtpunkten sowie vor dem Hintergrund, dass man bezahlbaren Wohnraum schaffen will, sei "jede weitere Reduzierung der Bebauung undenkbar".<P>Was die Bürgerbeteiligung angeht, so betont die SPD-Ortsvorsitzende Ingrid Räther-Still, "dass die ja gesetzlich vorgeschrieben ist". Die Bürgerwerkstatt sei insofern "Beim derzeitigen Tempo rollen frühestens in eineinhalb Jahren die ersten Bagger an. Bürgermeister Eckhard Kalinowski nur eine "informelle Vorab-Veranstaltung" gewesen, die eigentliche Bürgerbeteiligung folgt erst im Rahmen der Bauleitplanung. "Zu den vorgeschriebenen Planungsabschnitten kann jeder Bürger Anregungen und Änderungswünsche schriftlich und mündlich einreichen", so Seebauer. Bis das Verfahren abgeschlossen ist und die Arbeiten beginnen, wird es demzufolge noch dauern. "Eineinhalb bis zwei Jahre beim derzeitigen Tempo", schätzt Kalinowski, "dass rollen frühestens die Bagger an."<P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Drama an S-Bahn-Gleisen: 15-Jähriger wird von Zug erfasst - Freunde müssen alles mitansehen
Coronavirus im Landkreis München: Übers Wochenende 16 weitere Infektionen
Coronavirus im Landkreis München: Übers Wochenende 16 weitere Infektionen

Kommentare