Der Prediger und Heiler weist den Weg nach Garching. Doch die Auftritte von Memehir Girma Wondimu sind abgesagt. Foto: Homepage Wondimu

"Wunderheiler" darf nicht in Garching predigen

Garching - Es ist ein Auflauf, wie ihn Garching selten erlebt: Die komplette Autobahnsiedlung rund um den Keltenweg ist mit Autos zugestellt, auch darüber hinaus findet man in der Stadt kaum einen Parkplatz. Am U-Bahnhof Hochbrück drängen sich die Massen, und ganze Heerscharen pilgern zu jener Wiese am Heideweg nahe der Autobahnauffahrt Garching-Süd. Hier soll eine Veranstaltung mit Memehir Girma Wondimu stattfinden, ein äthiopischer Priester und „Wunderheiler".

Rund 1000 Anhänger aus aller Welt sind hierfür am vergangenen Wochenende nach Garching gekommen (der Münchner Merkur berichtete). Was sie nicht wissen: Der Auftritt ist kurzfristig abgesagt worden. Zwar habe die Stadt bereits eine Satzung für die Großveranstaltung ausgearbeitet gehabt, berichtet Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Doch letztlich sei der Auftritt nicht zustandegekommen, weil die Organisatoren keinen Mietvertrag mit der Stadt München abschließen konnten, der das Freigelände im Garchinger Süden gehört.

„Wir standen die ganze Zeit in engem Kontakt zur Stadt München und zur Polizei“, berichtet Helmuth Kammerer von der Stadtverwaltung Garching. „Wir waren nicht begeistert von dem Auftritt, allerdings waren uns von der Rechtslage her die Hände gebunden.“ Mit rund 5000 Besuchern rechneten die Veranstalter ursprünglich, später sei sogar von 12 000 Menschen die Rede gewesen. Bis aus den USA hatten Anhänger ihr Kommen angekündigt.

Da die Organisatoren es offenbar versäumt hatten, die Absage rechtzeitig im Internet kundzutun, pilgerten am Wochenende rund 1000 Menschen zum Heideweg. „Sie waren natürlich enttäuscht“, berichtet Kammerer. „Aber es blieb friedlich. Es gab überhaupt keine aggressive Stimmung.“ So musste die Polizei, die mit einem Großaufgebot angerückt war, nicht eingreifen. Vielmehr zogen die Anhänger weiter zu einer orthodoxen äthiopischen Kirche in Moosach, um dort zu protestieren. Die Ansammlung löste sich erst auf, als Memehir Girma Wondimu selbst erschien und die Menge besänftigte.

Die Stadt Garching freilich kann das Thema noch nicht abhaken: Schon an diesem Wochenende war ursprünglich die nächste Veranstaltung des Wunderheilers geplant - wiederum am Keltenweg. Nun hofft Kammerer, dass ein ähnlicher Menschenauflauf ausbleibt. „Zumal diesmal der FC Bayern zu Hause gegen Dortmund spielt und in Garching ohnehin viel los sein wird.“ Denn viele fahren von Hochbrück in die Allianz-Arena. In jedem Fall werde man in Kontakt mit der Polizei bleiben, kündigt Kammerer an. ps

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