Zum Zehnjährigen durfte auch die "Merguez" nicht fehlen

- Französisches Freundschaftsfest lockte wieder nach Pullach

VON SASCHA BERNHARDT Pullach - Mit dem Angebot "Bratwurst" an einem Grillstand kann man ja etwas anfangen. Aber mit einer "Merguez"? Dem Besucher des französischen Freundschaftsfests am Wochenende in Pullach mag noch mehr derartiges Nebeneinander von bayerischen und französischen Spezialitäten aufgefallen sein. Die "Merguez" ist übrigens eine etwas schärfere Variante der Bratwurst.

"Metzger Alfons Netzer hat das Rezept für die Merguez in Pauillac gelernt", erzählte Harold Voit, der Vorsitzende des Vereins "Pullach Aktiv." Der Verein hat vor zehn Jahren mit diesem Fest begonnen, das sich nach Voits Worten mittlerweile zu einem der meistbesuchten im Landkreis entwickelt hat. "Dabei haben wir es ursprünglich als eine Art Trotzreaktion auf die hässliche Baustelle damals veranstaltet", erinnerte sich der Vorsitzende. Damals wurde der gesamte Kirchplatz umgebaut. "Jetzt ist das Ereignis nicht mehr zu toppen", sagte Voit stolz.

Unter der Parole "Gepflegte Unterhaltung und gepflegtes Essen" bot der Verein Attraktionen von Bands und Künstlern sowie gutes Bier, französische Weine und Spezialitäten aus beiden Ländern. "In Pauillac haben sie jetzt ein ähnliches Fest", so Voit. Nur dürften sie dort kein Bier ausschenken, weil die Weinhändler fürchten, sonst keinen Wein mehr an den Mann oder die Frau zu bringen. "Die Franzosen sind ungeheuer scharf auf Bier."

Auch musikalisch war die Mischung gelungen: Die Pullacher Blaskapelle wechselte sich mit der eigens eingeflogenen Band aus Frankreich, "Les Medoc Paradeurs", ab. Die Kinder hatten sichtlich Spaß an der Bimmelbahn, mit der sie immer wieder Runden durch Pullach drehen konnten. An zahlreichen Buden boten Pullacher Händler ihre Waren an und luden zum Flanieren ein.

750 Kilometer mit dem Rad angereist

Die Stars des Festes aber waren wie immer die sieben Gäste aus der Pullacher Partnergemeinde Pauillac, die dieses Mal von elf Bürgern der Gemeinde Sacy begleitet wurden. "Acht von ihnen sind 750 Kilometer mit dem Rad hierher gefahren", bemerkte Voit. Im nächsten Jahr feiert die Partnerschaft ihr 40-jähriges Bestehen, allerdings drohe sich das erfolgreiche Fest gleichzeitig totzulaufen: "Es kann nicht mehr besser gemacht werden. Zugleich wird es immer schwerer zu finanzieren." Die Kosten würden ausschließlich durch die gastronomischen Einnahmen und die freiwillige Arbeit der Vereinsmitglieder aufgefangen, als eine Art "Versicherung" übernimmt die Gemeinde bis zu einer festgesetzten Höhe ein etwaiges Defizit.

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