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Berührende Traueranzeige der Rettungswache Sauerlach im Münchner Merkur.

Nach Zugunglück von Bad Aibling

Spendenaktion für verunglückten Lokführer

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Sauerlach - Bei dem tragischen Zugunglück von Bad Aibling kam auch Lokführer Jürgen F. (47) ums Leben. Mit einer Spendenaktion wollen Freunde und Bekannte die Familie des Sauerlachers unterstützen. Nicht nur der finanzielle Aspekt steht im Vordergrund.

Zwei kleine Buben und eine Lebensgefährtin hinterlässt der Sauerlacher Jürgen F. (47), der vergangene Woche nach dem Zugunglück von Bad Aibling seinen schweren Verletzungen erlag. Bei Freunden und Bekannten ist die Trauer und die Bestürzung groß. Sie nehmen nun auf besondere Weise Anteil am Schicksal der kleinen Familie. Freunde und ehemalige Kollegen haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen, deren Erlös zu „100 Prozent“ an Jürgen F.s Lebensgefährtin und seine beiden Kinder geht. „Das garantiere ich“, sagt Roland Gebhardt, der Organisator Online-Spendenaktion. Statt Kranzspenden könne man der Familie so einen beliebigen Beitrag zukommen lassen, „um die erste Not abzufangen“. 

Für die Organisatoren sind die Spenden weit mehr als nur finanzielle Anteilnahme: „Wir wollen seinen Lieben damit ein Zeichen setzen: Wir lassen Euch nicht im Stich! Ihr seid nicht allein.“ Mit der immensen Resonanz hat Roland Gebhardt freilich nicht gerechnet, als er den Aufruf auf seiner Facebook-Seite publik machte. Auf dem Spendenkonto sind innerhalb von nur zwei Tagen bis Sonntagabend rund 8650 Euro zusammen gekommen. „Eine unglaubliche Summe“, sagt Gebhardt. „Wir sind schlichtweg überwältigt über die spontane Hilfsbereitschaft.“ 

250 Leute haben sich schon beteiligt

An dem Sammelaufruf, „der sich primär an die Freunde von Jürgen F. richtete“, haben sich bis dato 250 Leute beteiligt, von denen viele ihr Mitgefühl und ihre Trauer in Nachrichten zum Ausdruck bringen. „Deiner Frau und Deinen Kindern wünsche ich unendlich Kraft, dieses Schicksal zu überstehen und irgendwann damit leben zu können“, schreibt eine Spenderin. Eine andere: „Ein kleiner Beitrag auch von mir – alles Gute und viel Kraft für die Angehörigen.“ 

Doch nicht nur Freunde und Bekannte beteiligen sich. Auch Menschen aus ganz Deutschland, die F. nicht persönlich kannten, nehmen Anteil und unterstützen die Hinterbliebenen mit einer Spende: „Wir kannten Jürgen zwar nicht. Sind aber noch nicht lange selbst beim BRK (Wasserwacht) und sehr betroffen von den Ereignissen.“ Ein Mitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Nürnberg schreibt: „In tiefer Trauer bin ich bei seiner Familie. Ich hoffe, ich kann so etwas helfen.“ Initiiert haben die Aktion F.s ehemalige Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Sauerlach, vom Roten Kreuz und das Team des Rettungshubschraubers Christoph 1. Die leben mittlerweile teils verstreut über ganz Deutschland – bis in die USA und nach Australien habe es einige gar verschlagen, erklärt Gebhardt: „Denen war es allen ein Bedürfnis, zu helfen und für die Familie etwas zu tun.“ 

Aktion "von Freunden für einen Freund"

Die hohe Zahl an Spendern zeige, dass F. ein „liebenswerter und von wirklich allen hochgeschätzter Freund und Kollege“ gewesen sei. Jedoch gibt es auch kritische Stimmen, die bemängeln, dass es nicht gerecht sei, nur für ein Opfer des Unglücks zu sammeln. „Wir nehmen es natürlich zur Kenntnis, dass Jürgen nicht das einzige Opfer war“, sagt Gebhardt, „aber wir wollten der Familie unseres Freundes helfen.“ Eine rein private Sammelaktion sei der Spendenaufruf daher. Eine Aktion „von Freunden für einen Freund“. 

Spendenkonto: Wer helfen will, kann dies hier machen. 

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