Zuschuss für alle Alb-Geschädigten

Haar - m Herbst 2012 wurden in Feldkirchen die ersten Bäume entdeckt, die vom asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) befallen waren. Im März und August 2014 dann auch in Ottendichl und Salmdorf. Insgesamt 300 Bäume wurden in Haar gefällt, da sie sich in der Kernzone, also 100 Meter rund um die befallenen Bäume, befanden. Nun erhalten die Besitzer einen finanziellen Ausgleich vom Landkreis.

„Wir bekommen 20 000 Euro für Ersatzpflanzungen zur Verfügung gestellt, die wir an die Betroffenen verteilen werden. Dabei gilt das Windhund-Prinzip: Wer zuerst kommt, der bekommt etwas“, sagte Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) im Gemeinderat. Zuvor, so berichtete sie, konnte bei den Gesprächen der betroffenen Kommunen Vaterstetten, Krumbach, Feldkirchen, Neubiberg und Haar keine Einigung über das weitere Vorgehen erzielt werden.

Gefördert werden nur Baumarten, die der ALB nicht als Wirtspflanze mag. Dazu hat das Landesamt für Landwirtschaft (LfL) unter Mithilfe des auch betroffenen Ottendichler Baumschulbesitzers Martin Bayer eine Liste erstellt. Gepflanzt werden dürfen die Kleinbäume Apfel-Dorn und Eisenholz, die mittelgroßen Bäume Hopfenbuche, Kobus-Magnolie und Trompetenbaum und bei den Großbäumen Stiel-, Zerr- und Traubeneiche, Flügelnuss, Tulpenbaum, Ess-Kastanie sowie Walnuss.

Bezahlt werden maximal zwei Bäume pro Grundstück und vor allem kleine Pflanzgrößen. Gefördert wird 70 Prozent der Baumkosten, maximal 400 Euro für einen Baum, den Rest muss der Besitzer selbst tragen. Sobald die Bäume gepflanzt sind, wird das von der Gemeinde kontrolliert und an das Landratsamt gemeldet. Die Gemeinde Haar geht mit dem Zuschuss gegenüber den Baumbesitzern in Vorleistung. Gepflanzt werden muss bis spätestens 30. April, doch wenn die Fördermittel aufgebraucht sind, wird kein neuer Antrag mehr angenommen.

Werner Kozlik (Grüne) merkte an, dass er zwei Bäume je Grundstück für nicht gerade gerecht halte. „Da wurden in einigen Gärten zehn oder 20 Bäume gefällt. Diese Betroffenen bekommen genauso viel wie die, wo es nur zwei Bäume waren. Kann man das nicht gerechter verteilen?“ Umweltreferent Michael von Ferrari erwiderte: „Aber eine wirklich gerechte Lösung wird es bei dieser Thematik wohl nicht geben.“ Thomas Reichel (CSU) fragte nach der Liste der Bäume, die man pflanzen dürfe. „Diese hat das LfL erstellt und wir haben sie auf die Haarer Böden angepasst, denn nicht jeder erlaubte Baum würde auch bei uns wachsen“, erläuterte Ferrari.

Die Baumkletterer

werden von Montag, 1. Februar, an wieder rund um Haar unterwegs sein. Sie suchen rund sechs Wochen lang die Bäume nach dem asiatischen Laubholzbockkäfer ab.

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