Zuschuss zum Kita-Platz

Oberschleißheim - Gemeinde Oberschleißheim muss jetzt auf Engpässe reagieren

Oberschleißheim - Der Mangel an Kindergartenplätzen kostet die Gemeinde richtig Geld. Da Oberschleißheim auch in den kommenden Jahren nicht über ausreichend Kapazitäten verfügt, sollen Kinder ab drei Jahren weiterhin die Krippe besuchen. Zumindest die zusätzlichen Kosten wird die Gemeinde übernehmen.

50 Kinder aus Oberschleißheim stehen auf der Warteliste für den Kindergarten, einschließlich der Kinder, die im laufenden Jahr ihren dritten Geburtstag feiern. Mit Vollendung des dritten Lebensjahres bis zur Einschulung wechseln Kinder in Deutschland üblicherweise aus der Krippe in den Kindergarten. Die vier Einrichtungen in der Gemeinde sind jedoch belegt. Laut Gesetz steht jedem Kind ab dem ersten Geburtstag in Deutschland seit August 2013 aber ein Betreuungsplatz zu. Somit bleibt Eltern für ihren Nachwuchs nur die Krippe - und die Warteliste.

Seit einigen Jahren schon setzen Eltern ihre Dreijährigen auf Wartelisten. Wird ein Platz frei, rücken sie in den Kindergarten nach. In der Zwischenzeit sind Eltern aber gezwungen, die höheren Krippengebühren zu tragen. Wie schon im Frühjahr 2013 beschloss der Gemeinderat, Eltern diesbezüglich entgegen zu kommen.

Einstimmig gaben die Fraktionen dem Antrag eines Elternpaares statt. Ihren Nachwuchs weiterhin in der Krippe betreuen zu lassen, kostet Mutter und Vater monatlich 265 Euro mehr als im Kindergarten fällig würden. Der Gemeinderat wird den Differenzbetrag ab dem dritten Geburtstag des Kindes bis zum Erhalt eines Kindergartenplatzes anteilig zu tragen.

Der Beschluss gilt ausschließlich für Kinder aus Oberschleißheim und sieht eine soziale Staffelung vor: Bei einem Familien-Jahreseinkommen von bis 15 000 Euro brutto werden 100 Prozent der Differenzsumme übernommen, bei bis zu 20 000 Euro 90 Prozent. Der von der Gemeinde getragene Anteil sinkt pro zusätzlichen 5000 Euro Jahreseinkommen um weitere zehn Prozent. Ab 60 001 Euro fällt die Differenz zur Gänze an die Eltern. Grundsätzlich sind Eltern verpflichtet, potentielle Zuschüsse des Landratsamts zuvor auszuschöpfen.

In der Gemeinde Oberschleißheim ist man nicht glücklich mit der Situation. Zwar hat sich die Kommune ein maßvolles Bevölkerungswachstum auferlegt. „Wir werden auf Dauer aber mehr Plätze für mehr Kinder benötigen“, weiß Hauptamtschefin und Rathaussprecherin Michaela Wiencke. Ein weiterer Kindergarten wäre daher schön. „Spruchreifes gibt es aber noch nicht“, bedauerte Michaela Wiencke. Wie im Jahr 2013 ist der Beschluss, den Differenzbetrag zu übernehmen, auf zunächst zwei Jahre begrenzt.

Andreas Sachse

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