Zwei-Tage-Fest für Johannes Erzgräber (80): Sein Herz hängt an der alten Pfarrei

Unterföhring - Eine Erinnerung an Unterföhring begleitet ihn immer zum Einkaufen: Ein Stoffbeutel mit dem Unterföhringer Wappen, darunter steht „Gemeinde Unterföhring, lebens- und liebenswert". Genau so sieht das Johannes Erzgräber (80). Und seine ehemalige Pfarrei verehrt ihn immer noch.

Zwar lebt Unterföhrings ehemaliger Pfarrer inzwischen in Karlsruhe, doch er sagt: „Das Herz hängt an dieser Gemeinde.“ Kein Wunder, dass er seinen 80. Geburtstag in Unterföhring zumindest nachfeiern wollte, er wurde bereits am 21. August 80. „Ich bin 35 Jahre mit den Menschen hier den Weg gegangen“, erinnert sich Erzgräber bei einem Stehempfang der Kolpingsfamilie und des Pfarrgemeinderates im Pfarrzentrum. Zumindest im Herzen, wenn auch nicht mit der Wohnung, sei er jetzt für ein paar Tage zurückgekehrt, wie auch schon 2010 für sein goldenes Priesterjubiläum.

2007 war Erzgräber in den Ruhestand gegangen. Er lebt jetzt in Karlsruhe bei seiner Schwester Birgit Litz und betreut dort als Pfarrer zwei Altenheime. Während seiner Zeit in Unterföhring trieb Erzgräber die Renovierung der St. Valentins-Kirche voran, die für eine Million Mark saniert wurde. Zudem konnte 2003 das Pfarrzentrum am St. Valentin-Weg eingeweiht werden, das der Kirchengemeinde eine neue Heimat gab. Vorher wohnte und arbeitete Erzgräber in der alten Pfarrvilla, heute eine Kinderkrippe. Eine neue Orgel, deren erste Planungen auf die Zeit von Erzgräber zurückgehen, wurde inzwischen in die Kirche eingebaut.

Zwar habe sich viel verändert in Unterföhring, zählt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Thomas Schmid auf: Fast ein Viertel mehr Einwohner hat die Mediengemeinde, die Gemeindehalle an der Münchner Straße wurde abgerissen und durch eine Schulhauserweiterung ersetzt, und die katholische Kirchengemeinde bildet einen Pfarrverband mit Ismaning. Aber, so Schmid: „Unser altes, liebenswertes Unterföhring ist in den Grundstrukturen noch erkennbar.“ Diese habe Erzgräber mitgeprägt.

Auch Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer gratulierte dem „mit Abstand längsten Pfarrer in Unterföhring“. Er erinnerte daran, wie Erzgräber, der sehr sportlich war, das Benefizfußballturnier gestartet hatte, das heuer sein 25. Jubiläum feiert. Außerdem lobte Kemmelmeyer die musikalischen Qualitäten von Johannes Erzgräber, innerhalb und außerhalb der Kirche: Wie in Unterföhring, so ist er auch in Karlsruhe Mitglied im Männergesangverein, als erster Bass. Über Unterföhring hatte Erzgräber sogar zwei Lieder komponiert. „Sie sind und bleiben Unterföhringer“, sagte Kemmelmeyer, und an Erzgräbers Schwester Birgit Litz gewandt kam die Bitte: „Passen Sie gut auf ihn auf, damit wir ihn noch lange haben.“

Durchhaltevermögen hatte Erzgräber bereits am Vorabend bewiesen. Da hatten ihn Kolpingsfamilie, ökumenische Frauengemeinschaft (Ökus) und Männergesangverein hochleben lassen. Über Stunden erstreckte sich das Programm. Mit zunehmender Stunde keimte in Erzgräber eine Frage: „Wie werde ich morgen in der Kirche aussehen?“ Doch nach 54 Jahren als Priester konnte ihm auch das nichts anhaben. Und Erzgräber spekuliert bereits auf die nächste Möglichkeit, in Unterföhring zu feiern: „2020 habe ich mein diamantenes Priesterjubiläum.“ bew

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