Gemeinschaftliches Leben wird in der Demenz-WG in Ottobrunn großgeschrieben. foto: fkn

Zweite Demenz-WG eröffnet

Ottobrunn - Im September wird nach umfangreichen Umbaumaßnahmen eine zweite Demenz-WG in einem eigenen Flügel des Pflegezentrums St. Michael in Ottobrunn ihren Betrieb aufnehmen. Die ambulant betreute Wohngemeinschaft bietet Platz für sieben Menschen, die an Demenz leiden.

Bereits vor einem Jahr wurde die erste WG, einmalig im Landkreis, im selben Gebäude eröffnet. „Wir konnten viel Erfahrung in dieser Zeit sammeln und stellen fest, dass Bewohner und Angehörige sich sehr wohl fühlen“, berichtete Jürgen Hoerner, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Landkreis München Süd, die die Initiative für das Projekt ins Leben gerufen und mit der Maro-Genossenschaft 2013 die Wohngemeinschaft gegründet haben.

Ziel ist es, dass die Bewohner möglichst selbstbestimmt leben können und sich eingebunden in eine Gemeinschaft fühlen. Jeder Mieter hat sein eigenes Zimmer, das nach Möglichkeit auch mit vertrauten, persönlichen Möbeln ausgestattet werden kann. „Doch eigentlich ist die große Wohnküche der zentrale Raum, wo sich das tägliche Leben abspielt, ob nun beim Lesen der Zeitung oder der Zubereitung von Mahlzeiten“, erklärt Hoerner. „Es gibt sogar eine Frau, die mit ihrem kleinen Hund eingezogen ist.“

Rund um die Uhr ist ein ambulanter Pflegeservice da, der sich tagsüber mit zwei bis drei Pflegekräften und nachts mit einer Pflegekraft um das Wohl der Bewohner kümmert. „Das Projekt legt besonderen Wert auf die Selbstbestimmung der Menschen, wobei die Angehörigen großes Mitspracherecht haben, da die WG nicht vom Heimgesetz abhängig ist“, sagte der Vorstand. So können die Angehörigen nicht nur zu jeder Zeit zu Besuch kommen, sondern sich auch aktiv einbringen. Sie bilden ein Gremium, das mit Hilfe externer Moderation im ersten Jahr nicht nur die Auswahl des Pflege- und Betreuungsservice bestimmt hat, sondern auch Tagesablauf und Organisation der WG beeinflusst. „Mittlerweile ist das Angehörigen-Gremium der ersten Demenz-WG sehr gut aufgestellt“, freut sich Hoerner.

Gemeinsam werden Feste wie Weihnachten oder Geburtstage gefeiert, und ehrenamtliche Helfer gehen mit den Bewohnern spazieren oder machen Spiele. „Wir hoffen, dass sich auch in der zweiten WG das gemeinschaftliche Leben so positiv einspielt.“

Die Kosten sind ähnlich wie bei einer stationären Unterbringung, die Pflegestufen werden anerkannt. Beide Wohngemeinschaften werden vom Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Freie Plätze

Noch sind nicht alle Plätze belegt. Wer Interesse hat und sich näher informieren möchte, kann sich bei Ingrid Schmidt unter Tel. 0176/10 32 73 36 melden.

dv

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