Überflüssiger Baumfrevel: Hannes Bußjäger hat fünf Eichen auf seinem Grundstück am Schwabener Weg gefällt. Nun kündigte er an, in ein paar Wochen neue zu pflanzen. Foto:rabe

Zweiter Streich folgt: Baumschutzverordnung wieder unsicher

Grasbrunn - Das Thema Baumschutzverordnung ist mit einem Gemeinderatsbeschluss noch nicht erledigt. Wie gestern bekannt wurde, kann die Satzung aus formalen Gründen nicht sofort in Kraft treten.

Zum einen wird nun deutlich, dass die Baumfällaktion von Freien-Fraktionssprecher Hannes Bußjäger überflüssig war und zum anderen, dass die Diskussionen neu aufflammen werden.

Damit die Verordnung gültig wird, bedarf es eines weiteren Gemeinderatsbeschlusses, der jedoch frühestens in zwei Monaten gefasst werden kann. Bußjäger hatte in der vergangenen Woche einige Bäume gefällt, weil er befürchtete, diese nach der neuen Baumschutzverordnung bei Bedarf nicht mehr fällen zu dürfen (wir berichteten). Ein Blick in die neue Baumschutzverordnung hätte ihn von diesem Baumfrevel abhalten können, denn schon im allerersten Satz ist der Geltungsbereich des Gesetzes beschrieben: Geschützt wird nur der Baumbestand „innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile“. Und die von Bußjäger gefällten Bäume standen auch für Laien erkennbar außerhalb der Bebauung.

In den vergangenen Tagen waren immer wieder Bürger vor dem kahlgeschlagenen Areal zwischen Neukeferloh und Friedhof gestanden und hatten sich überwiegend bestürzt gezeigt.

Gedrückt ist auch die Stimmung im Rathaus. Hier wurde inzwischen deutlich, dass die Verordnung erst noch einen Monat öffentlich ausliegen muss, damit die Bürger sie zur Kenntnis nehmen und auch eventuelle Einwendungen dagegen im Rathaus vorbringen können. Somit war der am Dienstag getroffene Beschluss lediglich das Startzeichen für das verwaltungsrechtliche Verfahren. Da die Märzsitzung in weniger als einem Monat stattfinden wird, dies aber die zwingend notwendige Auslegungsfrist ist, kommt die Baumschutzverordnung in der Aprilsitzung auf die Tagesordnung.

Betrachtet man die Vorgeschichte, so ist mit einer gewissen Anzahl von Widersprüchen zu rechnen, die in dieser Sitzung dann ebenfalls abzuhandeln sind. Nicht zu erwarten ist, dass sich das Ergebnis der Abstimmung umkehren wird, denn bei der jüngsten Abstimmung für die Verordnung fehlte in jedem Lager ein Gemeinderat.

Zwei Vorteile jedoch hat die unerwartete Verzögerung. Zum einen können nochmalige Gespräche die verhärteten Seiten eventuell ein wenig zusammenführen, zum anderen kommen die angekündigten Motorsägen erst einmal nicht zum Einsatz.

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