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Zwischen Besinnlichkeit und totalem Kommerz

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- Unterschiedliche Resonanz auf Idee vom verkaufsoffenen Adventssonntag

Landkreis (ul) - Die Diskussion um eine Erweiterung der Ladenöffnungszeiten erhält neuen Zündstoff. Nach einem Vorschlag von Vertretern von FDP und Grünen sollen an den kommenden vier Adventssonntagen die Geschäfte bundesweit geöffnet werden (wir berichteten gestern im überregionalen Teil). Shopping-Exzesse am besinnlichen Familiensonntag? Ludwig Scherer, evangelischer Pfarrer in Sauerlach, kann dem Vorschlag nichts abgewinnen: "Das würde nur zu einer weiteren Steigerung der Kommerzialisierung unseres Landes führen. Es gibt jedoch noch wichtigere Dinge als Shopping", klagt Scherer, schränkt jedoch ein, dass für viele Menschen der Gang durchs Kaufhaus mittlerweile zur Freizeitgestaltung gehöre. "Der Sonntag sollte dazu genutzt werden, sich auszuruhen, Gespräche zu führen oder mit den Kindern zu spielen."

Walter Deindörfer dagegen begrüßt den Vorschlag und spricht sich sogar für eine komplette Abschaffung der Ladenschlussgesetze aus. "Wir müssen uns in dieser konjunkturellen Schwächeperiode von Tabus verabschieden", so der Vorsitzende des Unterhachinger Gewerbeverbandes. Gerade in der Weihnachtszeit seien die Menschen sehr konsumfreudig, so dass die verkaufsoffenen Sonntage sicher gut angenommen würden. Ebenfalls für die Abschaffung der Ladenschlusszeiten setzt sich Ikea ein. "Wir würden uns dann sicher auch überlegen, am Sonntag zu öffnen", sagt David Birger, Geschäftsführer von Ikea-Brunnthal.

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