Bei den Protesten gegen die IAA in München war Greenpeace ganz vorne mit dabei
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Bei den Protesten gegen die IAA in München war Greenpeace ganz vorne mit dabei.

Volle Kraft fürs Klima  

50 Jahre Greenpeace: So engagieren sich Münchner für die Umwelt

  • Laura Felbinger
    VonLaura Felbinger
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München feiert 50 Jahre Greenpeace. Wir haben uns unter den Mitgliedern umgehört, warum sie sich bei der Umweltschutz-Organisation einsetzen.

Hartnäckig, streitbar und authentisch: Seit 50 Jahren kämpft Greenpeace mit diesem Anspruch für Umwelt- und Naturschutz. Was 1971 mit zwölf Aktivisten in Amerika begann, ist heute eine weltweit agierende Organisation mit über drei Millionen Mitgliedern. In über 100 deutschen Städten gibt es Ortsgruppen. Greenpeace München zählt etwa 140 Mitglieder - von Jugendlichen bis zu Senioren. Immer wieder fallen die Aktivisten mit teils provokanten Aktionen auf. Wichtigstes Thema ist aktuell der Klimawandel. Wir haben Mitglieder gefragt, was sie antreibt. 

Demo am Badesee

Stefan Maier (li.) bei einer Greenpeace-Demo 2018.

„Ich habe mich schon früher privat gegen Umweltverschmutzung eingesetzt. Seit sechs Jahren bin ich bei Greenpeace, ebenso wie meine Frau. Auch unsere Tochter ist bei Aktionen dabei. Zum Earth Overshoot Day am 1. August 2018 sind wir etwa in den Badesee Stoibermühle gegangen, um zu demonstrieren, wie ernst die Lage ist - da waren auf einmal alle Menschen um den See still. An dem Tag hat die Menschheit so viel Ressourcen verbraucht, wie der Planet in dem Jahr regenerieren konnte.“
Stefan Maier (li., 57), Unternehmer aus dem Lkr. Freising   

Krise trifft uns extrem

Schülerin Emilia setzt sich dafür ein, dass die Münchner fürs Klima wählen.

„Ich bin immer bei den Fridays-for-Future-Demos dabei - aber ich wollte noch mehr machen, um mich für den Klimaschutz einzusetzen. Deshalb bin ich seit diesem Jahr bei Greenpeace. Ich mache bei der Kampagne #voteforme mit. Es geht darum, ältere Menschen davon zu überzeugen, fürs Klima zu wählen. Jugendliche und Kinder können noch nicht wählen gehen, aber die Krise trifft uns am meisten. Wir waren für die Kampagne auch am Marienplatz, um mit anderen Generationen ins Gespräch zu kommen.“
Emilia L. (17), Schülerin aus München

Einsatz für Weltmeere

Leonie wollte schon mit zehn Jahren bei Greenpeace mitmachen.

„Schon als ich zehn Jahre war, wollte ich zu Greenpeace. Ich war damals auf einer Ausstellung der Organisation über die Verschmutzung der Weltmeere. Da war das Greenpeace-Schiff Beluga II auf Sylt. In der Ausstellung wurde gezeigt, wie sich Ölbohrungen im Wattenmeer auf die Umwelt auswirken. Das war damals so einprägsam für mich, dass seitdem eine Postkarte von der Ausstellung über meinem Bett hing. Für mich war klar, wenn ich groß bin, mache ich mit. Seit zwei Monaten bin ich nun bei Greenpeace.“
Leonie S. (15), Schülerin aus München

 Schluss mit Kohleabbau   

Anouk hat in NRW gegen den Braunkohleabbau demonstriert.

„Ich mache mir schon lange Sorgen wegen des Klimawandels. Ich war immer bei den Fridays-for-Future-Demos dabei, aber ich wollte noch mehr machen. Seit Februar bin ich deshalb bei der Greenpeace-Jugend München und habe bei ein paar Aktionen mitgemacht. Zum Beispiel war ich bei der Demo am Braunkohlentagebau Garzweiler II in Nordrhein-Westfalen. Wir haben eine Menschenkette gebildet. Für den klimaschädlichen Braunkohleabbau werden dort ganze Dörfer und die Natur zerstört.“
Anouk P. (18), Schülerin aus München

Greenpeace: Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Am 15. September 1971 verließ ein ehemaliger Fischkutter mit einem Banner, auf dem „Greenpeace“ stand, Vancouver (Kanada) in Richtung der Insel Amchitka. Zwölf Aktivisten waren entschlossen, gegen einen dort geplanten Atombombentest zu protestieren. Niemand hatte geahnt, dass das die Geburtsstunde einer der größten Umweltorganisationen der Welt war.

Greenpeace Deutschland wurde am 13. Oktober 1980 gegründet. Umweltschützer hinderten damals den Giftmülltanker Kronos am Auslaufen. Nach weiteren Protesten stellten die deutschen Behörden ab 1989 keine Genehmigungen zur Entsorgung von Abfällen in Gewässern mehr aus. Über 600 000 Fördermitglieder hat Greenpeace in Deutschland. Seit Anfang der 80er gibt es eine ehrenamtliche Greenpeace-Gruppe in München. Auch hier fällt die Organisation mit provokanten Aktionen auf.

Kritik gab’s dieses Jahr für den Segelflieger bei der EM. Zwei Personen wurden verletzt. Jüngst machten die Aktivisten zur IAA auf sich aufmerksam, als sie ins Wasserbecken vor der Messe gingen, um für einen schnelleren Abschied vom Verbrennungsmotor zu demonstrieren.

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