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Das Aktuelle im Blick: Ab 6 Uhr behalten die Mitarbeiter unserer Online-Redaktion die Nachrichten im Blick. Jeden Monat besuchen rund 3,6 Millionen Leser unsere Seite.

70 Jahre Münchner Merkur

Unsere Online-Redaktion: Hinter den Kulissen von Merkur.de

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Rund 128 Minuten verbringt der durchschnittliche Deutsche pro Tag im Internet. Die meisten nutzen diese Zeit, um aktuelle Nachrichten zu lesen, zum Beispiel auf unserem Portal Merkur.de.

Wie die Arbeit der Online-Redaktion funktioniert und wie alles angefangen hat, erfahren Sie bei einem Blick hinter die Kulissen.

In grüner Schrift steht auf der Anzeigetafel der S-Bahn, dass die Züge diesen Morgen verspätet sind. Was ist da los und wann werde ich in die Arbeit kommen? Das fragen sich die Fahrgäste. Einige eilige Pendler zücken das Smartphone und öffnen die Merkur.de-App. Ganz oben in der App, im Artikel „S-Bahn-Chaos wegen Oberleitungsschaden“ finden sie die Nachricht, auch wenn es keine gute ist. Der Weg zur Arbeit wird heute wohl wesentlich länger dauern als gedacht.

In der Online-Redaktion herrscht schon um 6 Uhr morgens reger Betrieb, damit sich die Leser gleich in der Früh über alles, was der Tag so bringen wird, informieren können. Zwei Redakteure arbeiten die Nachrichten der Nacht ab und kümmern sich um aktuelle Neuigkeiten, wie die Verspätung bei der S-Bahn. Sie legen die Artikel in einem sogenannten Content-Management-System an, ein Programm, das die Artikel auf die Webseite befördert, und geben sie dann frei. Nahezu in Echtzeit erscheinen die Artikel auf der Homepage.

Rund 250 Artikel gehen so im Schnitt pro Tag online. Sie erreichen jeden Monat rund 3,6 Millionen Leser, die mindestens einmal via Smartphone, Tablet oder PC die Seite Merkur.de besucht haben. Damit gehört Merkur.de zu den 25 größten Nachrichtenportalen in ganz Deutschland überhaupt.

Sieben Tage in fünf Schichten

8.45 Uhr: In der Mitte der Online-Redaktion befindet sich ein Kreis aus Tischen und Fernsehern. Hier am Newsdesk treffen sich die Redakteure der Frühschicht mit den beiden Chefredakteuren zur Morgenlage und besprechen die Themen des Tages – wie die S-Bahn-Störung.

Ab 9 Uhr füllen sich die Redaktionsräume. Die Chefs vom Dienst verteilen die anstehenden Aufgaben und die verschiedenen Ressorts. Rund 20 Redakteure arbeiten sieben Tage die Woche in fünf verschiedenen Schichten von 6 bis 23 Uhr.

Nach der Morgenlage wird es still in der Redaktion: Nur noch das Klappern der Tasten ist zu hören. Die Redakteure recherchieren und schreiben an ihren Geschichten und haben dabei auch immer das aktuelle Geschehen im Blick. Zwischendurch wird es je nach Nachrichtenlage hektischer, das Tippen energischer.

Was viele nicht wissen: Die Online–Redaktion von Merkur.de beliefert zusätzlich jeden Tag 50 Webseiten landesweit mit Nachrichten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport, Welt und Stars – damit ist sie die älteste und mandantenstärkste Zentralredaktion Deutschlands. Diese Nachrichten erscheinen auf Portalen wie zum Beispiel HNA.de oder rosenheim24.de, aber auch bei verschiedenen Anzeigenzeitungen.

Rund 250 Artikel gehen am Tag online – dafür sorgen die Kollegen unserer Online-Redaktion: (v.l.) Christine Nowotny, Gregory Straub, Michael Sapper, Merja Schubert, Denis Huber, Martina Lippl, Thomas Kaspar (Chefredakteur), Miriam Sahli, Armin Linder, Madita Tietgen, Xaver Bitz, Vanessa Fonth, Florian Weiß, Markus Knall (Chefredakteur), Philipp Kuserau, Jochen Lehbrink, Julian Spies, Kathrin Brack, Patricia Kämpf, Christoph Seidl, Myriam Siegert, Franz Rohleder und Caren Berger. Die Redaktion befindet sich ebenfalls im Pressehaus an der Bayerstraße. Hier werden auch die Nachrichten koordiniert, die von den Kollegen aus den Außenredaktionen veröffentlicht werden.

Vielen Lesern ist es außerdem wichtig zu wissen, was wortwörtlich vor ihrer Haustüre passiert: Auch das erfahren sie bei Merkur.de auf den 17 lokalen Unterseiten der Heimatzeitungen des Münchner Merkur – von Garmisch-Partenkirchen über Fürstenfeldbruck bis Freising. „Das Lokale ist zusammen mit den wichtigsten überregionalen Nachrichten das Herzstück von Merkur.de“, erklärt Markus Knall, zusammen mit Thomas Kaspar Chefredakteur von Merkur.de.

Die Anfänge der Online-Redaktion

Angefangen hat alles ganz klein: Seit 1998 existiert die Homepage, damals noch www.merkur-online.de. Zwei Techniker mühten sich damit, zwischen acht und zehn Artikeln pro Tag aus der Zeitung auf die Internetseite zu exportieren.

Erst als das Team wuchs, begann es damit, eigene Inhalte für die Homepage zu schreiben. Die Zeitung leistete in dieser Zeit Schützenhilfe für merkur-online.de und druckte einmal die Woche die wichtigsten Online-Artikel auf einer Sonderseite ab.

Am Anfang bestand der Kontakt mit Lesern hauptsächlich aus Telefonaten, bei denen ein Redakteur den Lesern unermüdlich erklärte, wo man die URL eintippen muss, um auf die Webseite zu kommen. Seitdem ist viel passiert: Die Online-Redaktion hat sich vergrößert und stark verändert – und mit ihr auch die Seite. 2009 und 2014 wurde das Design der Seite umfassend verändert, 2015 folgte außerdem der Umzug auf die Domain Merkur.de. Neue Formate wie Live-Ticker, Multimedia-Reportagen oder datenjournalistische Stücke haben sich etabliert. Videos sind zu einem wesentlichen Bestandteil einer umfangreichen Berichterstattung geworden.

Die Entwicklung geht stark zum Mobilen: Die Mehrzahl unserer User liest Merkur.de inzwischen auf dem Handy. Das hat auch etwas mit Facebook zu tun: Immer mehr nutzen die sozialen Netzwerke, um sich zu informieren. Zum Beispiel auf einer der mehr als 20 Facebook-Seiten der Mediengruppe mit ihren rund 800 000 Fans.

Die Leser wollen noch mehr Schnelligkeit

Als 2001 am 11. September zwei Flugzeuge in das World Trade Center gesteuert wur–den, war www.merkur-online.de eine der wenigen deutschen Nachrichtenseiten, deren Server noch für die Leser erreichbar waren. Die Redakteure bangten wie der Rest der Welt vor den Fernsehschirmen und berichteten live im Netz von der zunächst völlig unübersichtlichen Lage.

Heute, fast 20 Jahre nach dem Start der Online-Redaktion, ist das Bedürfnis der Leser, schnell informiert zu werden, noch gewachsen. Sei es über Alltägliches, wie eine verspätete S-Bahn, oder außergewöhnliche Situationen wie den Amoklauf am Münchner OEZ – die Redakteure von Merkur.de arbeiten daran, so schnell wie möglich verlässliche Informationen zu beschaffen, damit sich die Leser einen Überblick verschaffen können. „Orientierung zu geben im unendlichen Strom der Nachrichten, ist unsere wichtigste Aufgabe“, sagt Markus Knall. 23 Uhr: Wenn nicht gerade Wahlen in den USA sind oder Champions-League-Spiele laufen, geht der letzte Redakteur nach der Spätschicht nach Hause. Die Straßen sind dann schon fast menschenleer. Nur in den Schlafzimmern brennt noch Licht, die meisten legen ihr Smartphone um diese Zeit aus der Hand. Am nächsten Morgen sitzen die zwei Frühschicht-Redakteure wieder vor ihren Rechnern und bestücken die Homepage mit frischen Nachrichten, während ihre Leser beim Zähneputzen oder auf dem Weg zur Arbeit sind.

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