Das Verkehrskonzept, das sich die CSU für Allach überlegt hat.

Allach

CSU fordert neue Ausfallstraße im Westen

München - Staus und Schwerlastverkehr im Ortskern plagen die Bewohner von Allach seit langem. Abhilfe könnte nach Ansicht der CSU eine Ausfallstraße schaffen. Die Pläne dafür stoßen jedoch auf ein verhaltenes Echo.

Wenn es in Allach um das Verkehrskonzept geht, ist das Interesse groß: Rund 100 Anwohner kamen ins Allacher Vereinsheim, wo die CSU-Stadträtin und Bezirksausschussvorsitzende Heike Kainz und der 2. Bürgermeister Josef Schmid die Pläne vorstellten. Stark belastet sind insbesondere die zentrale Eversbuschstraße, der Paul-Ehrlich-Weg und die Ludwigsfelder Straße. Anwohner beklagen vor allem den Lärm der Lkw, die zu den Industrie- und Gewerbegebieten fahren. Dazu komme Schleichverkehr in den umliegenden Wohngebieten. Das erhöhte Verkehrsaufkommen störe nicht nur die Autofahrer, sondern gefährde auch Fußgänger und Schulwege.

Mit einer Umgehungsstraße will die CSU das Problem lösen. Der erste Entwurf sieht eine Straße ab dem ehemaligen Allacher Bad, westlich am Ort vorbei entlang der Autobahn bis zur Goteboldstraße vor. Die Trasse führt zum Großteil über freies Feld. Zusätzlich soll im Norden eine weitere Straße parallel entlang der Bahngleise führen (siehe Grafik). Zur Entlastung der angrenzenden Wohngebiete ist ein Lärmschutzwall vorgesehen. Ein Anschluss an die Autobahn im Norden ist nicht vorgesehen. Die Straße soll die Autobahn über- oder unterqueren und am S-Bahnhof Karlsfeld in die Bayernwerkstraße einmünden.

Die Ausfallstraße könne die Eversbuschstraße erheblich entlasten und den Schwerlastverkehr aus dem Ortszentrum herausführen, erklärte Josef Feig vom Unterausschuss Verkehr, der den Entwurf vorstellte. Auch der regelmäßige Pendelverkehr aus dem nördlichen Karlsfeld könne dadurch umgelenkt werden. Doch noch sei nichts beschlossen. Man wolle zunächst die Meinung der Anwohner hören.

Die Reaktionen waren verhalten. „Wir verschandeln diese Grünzone“, bemerkte ein Anwohner. Befürchtungen wurden laut, Allach könne durch die zweite Umgehungsstraße für den Verkehr attraktiver werden und Autofahrer von der A 99 herunter lenken. Man müsse auch über zeitlich begrenzte Fahrverbote im Ortskern nachdenken, regte ein Anwohner an. Solange der Lärmschutz mitbedacht würde, habe er für die Umgehungsstraße Verständnis, bemerkte ein weiterer Gast.

Angesichts der Fertigstellung mehrerer hundert Wohnungen auf dem Diamalt-Areal und in Karlsfeld rechne man mit mehr Verkehr, erklärte Bürgermeister Josef Schmid. „Alle Autos müssen momentan auf die Eversbuschstraße. Da brauchen wir diese Umgehungsstraße.“ Entgegen der Prognosen habe der Autoverkehr in den vergangenen Jahren nicht abgenommen, in Zukunft werde es durch Elektrofahrzeuge auch weiterhin Bedarf an Straßen geben.

Stadträtin Heike Kainz begrüßte den Entwurf ausdrücklich. Eine Ausfallstraße sei „die einzige Möglichkeit, hier für Entlastung zu sorgen.“ Man werde beobachten, wie sich die Diskussion entwickle, und den Entwurf dem Planungsreferat vorschlagen. Das Problem erfordere eine „Fülle von kleineren Maßnahmen“, erklärte Kainz. Dazu gehöre auch der geplante Ausbau der Ludwigsfelder Straße, über den man sich momentan mit den Anwohnern auseinandersetze.

Das CSU-Verkehrskonzept sieht außerdem einen südlichen Ringschluss der überlasteten A99 vor, der schon im vergangenen Jahr angestrebt worden war, um den täglichen Schleichverkehr zu unterbinden. Der Südring ist jedoch eigentlich bereits vom Tisch, nachdem Bundsverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) jüngst verlauten ließ, das Projekt nicht finanzieren zu können.

Ferner ist eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs geplant.

Sophie Krause 

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