Durch unglaublichen Zufall kamen ihm Ermittler auf die Spur 

Eigene Web-Cam lässt Münchner Waffennarren auffliegen

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Eigentlich suchten Drogenfahnder in der Wohnung eines Münchners (49) nach Cannabis. In seinem Ferienhaus in Niederbayern kamen dann Waffen und Munition zum Vorschein.

München/Plattling - Bei Drogenermittlungen gegen einen Münchner Elektrotechniker hat die Polizei in dessen Ferienhaus bei Plattling (Landkreis Deggendorf) ein gewaltiges Munitionsdepot entdeckt. Ausgerechnet Bilder seiner eigenen Web-Cam haben den Waffennarren auffliegen lassen. „Insgesamt erfolgte die Sicherstellung von mehr als 11 000 Schuss Munition, rund 6,5 Kilogramm Schwarzpulver, zwei Druckluftwaffen sowie einer Vielzahl an Gerätschaften zum Wiederladen von Treibladungsmunition verschiedener Kaliber“, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Die kuriose Vorgeschichte: Im November 2016 tauschte ein Mann aus Wiesbaden eine Web-Cam bei einem Internethändler um. Zuvor hatte er die Kamera so programmiert, dass sie ihn bei Bewegungen oder Wärmeentwicklungen automatisch Bilder an seine E-Mail-Adresse schickt. Bevor er die Web-Cam zurückschickte, hatte er - günstig für die Polizei - vergessen, dass er das Gerät wieder auf die Werkseinstellungen zurücksetzt. Späterer Käufer der Kamera war ausgerechnet der 49-jährige Allacher, der damit seine Marihuana-Plantage in dessen Wohnung überwachen wollte. Als der Wiesbadener am 22. Januar die ihm unbekannten Bilder von üppigen Plantagen sah, informierte er sofort die Polizei.

Die Beamten hatten am Montag zunächst das Haus des 49-Jährigen in Allach durchsucht. Dabei fanden sie eine professionelle Aufzuchtanlage mit 115 Marihuana-Pflanzen und illegale Schusswaffen mit zugehöriger Munition. Die Fahnder schätzen, dass er daraus einen Ertrag von 700 Gramm Marihuana hätte schöpfen können. Außerdem stießen die Fahnder im Schlafzimmer auf ein Samurai-Schwert, ein Tomahawk und eine Machete. In seinem Auto und in einem Tresor lagen zwei Jagdmesser. Ermittlungen ergaben allerdings, dass der Elektrotechniker einen Waffenschein für Langwaffen besitzt.

Als die Beamten von dem Ferienhaus in Niederbayern erfuhren, machten sie sich sofort auch dort auf die Suche - und wurden fündig. Auch das alte landwirtschaftliche Anwesen hatte er videoüberwacht.

Weil der 49-Jährige einen festen Wohnsitz hat, geht er nicht in Haft. Er muss sich nun wegen des Verstoßes gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz verantworten. 

joh

Rubriklistenbild: © dpa

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