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Basketball um Mitternacht gibt es in München seit 1999. Hier ein Archivbild aus Englschalking.

"Nightball"

Allach: Gewaltprävention scheitert am Personal

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München - Das Angebot, das Jugendliche von der Straße holen soll, ist bewährt, wird gut angenommen, und sogar Räume stehen zur Verfügung. Doch in Allach-Untermenzing findet das Gewaltpräventionsprojekt „Nightball“ nicht statt. Es fehlt an Trainern.

Ein Studienabschluss in Sozialer Arbeit oder Vergleichbarem, Erfahrung in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Freude an Ball- und Teamsportarten – mit diesem Bewerberprofil sucht das Jugendzentrum „orange.planet“ in Allach-Untermenzing zwei Trainer auf Honorarbasis für das Nightball. Seit 1999 gibt es das Angebot in München, doch seit Mai 2014 liegt es brach.

Im Juni dieses Jahres hatte der Bezirksausschuss beantragt, die Landeshauptstadt München möge „orange.planet“ bei der Suche eines Übungsleiters und eines Sozialpädagogen für das Projekt unterstützen. Die Räume stünden nach wie vor zur Verfügung, so die Kinder- und Jugendbeauftragte des 23. Stadtbezirks, Gabriele Hartdegen. Das Angebot habe mit bis zu 40 Teilnehmern im Stadtteil großen Anklang gefunden. Es sei wichtig, die Jugendlichen „von der Straße zu holen“, um ihnen im Sport durch positive Gruppenerfahrungen Selbstbestätigung und Anerkennung zu vermitteln.

Sozialreferentin Dorothee Schiwy antwortete Anfang August – mit einer Absage. Die Personalbewirtschaftung obliege dem jeweiligen Träger. Im Falle von „orange.planet“ ist das die Arbeiterwohlfahrt. Daher könnten das Sozialreferat und das Stadtjugendamt „an dieser Stelle leider nicht tätig werden“. Das Problem, so räumt Schiwy in dem Schreiben ein, sei auch bei Nightball-Projekten anderer Träger „virulent“, da es durch die „wenig attraktive Arbeitszeit“ und einen „immer enger werdenden Arbeitsmarkt“ schwierig sei, geeignete Projektleitungen und Übungsleiter zu finden.

Bei „Nightball“ treffen sich Jugendliche jeden Freitag zwischen 21.30 Uhr und 24 Uhr in einer Turnhalle zum Basketball- oder Fußballspielen. In einigen Stadtvierteln wird auch Volleyball, Streetball, Parcouring, Akrobatik und Tanz angeboten. Die Trainer sollen zusammen mit Streetworkern und Jugendbeamten das Angebot betreuen, den Jugendlichen beratend zur Seite stehen und sie gegebenenfalls an Fachdienste vermitteln. Die Projekte werden von freien Trägern organisiert und vom Stadtjugendamt bezahlt.

Auch der Kreisjugendring München-Stadt (KJR), der Nightball in fünf Stadtbezirken organisiert, sucht für die Projekte in Bogenhausen und Westend ab September jeweils eine neue Projektleitung. Das Bewerberfeld sei „leider sehr überschaubar“, teilte KJR-Abteilungsleiter Armin Schroth mit. Bisher sei es in den Nightball-Projekten des KJR nicht zu nennenswerten Ausfällen gekommen, da in der Regel eine temporäre Vertretung gefunden wurde.

Ob dies auch im nächsten Schuljahr gelinge, hänge davon ab, wie lange man noch nach neuen Projektleitungen suche. Einige Termine könnten durch pädagogisches Personal aus anderen Jugendeinrichtungen des Trägers besetzt werden, aber nicht monatelang, so Schroth. Geeignete Trainer habe der KJR aufgrund seiner Größe und der Kontakte zu Ehrenamtlichen in der Regel gut akquirieren können. Projektleitungen seien schwieriger zu besetzen, da diese ein abgeschlossenes Studium und Erfahrung in der Jugendarbeit erfordern. Ausfälle entstehen nicht nur, wenn Personal fehlt, sondern auch, wenn die Sporthallen durch Hallensanierungen oder Schulveranstaltungen belegt seien, so Schroth. Etwa in Giesing, wo seit Ende Juli bis zum 30. November die Halle der Mittelschule an der Perlacher Straße nicht zur Verfügung steht.

Aus dem Stadtjugendamt ist zu hören, dass es für die Träger oft schwierig sei, geeignetes Personal für die nächtlichen Sportstunden zu finden. Allerdings sei das Projekt im Stadtteil Allach-Untermenzing mit mehr als zwei Jahren Ausfall das gravierendste Beispiel.

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