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Die „Thunderbirds“ spielen schon seit 35 Jahren im Podium. Auch sie sind den Weg an den Stadtrand mitgegangen.

Kultkneipe 

Warum das „Schwabinger Podium“ auch in Allach funktioniert

Ein halbes Jahr ist es her, dass das „Schwabinger Podium“ nach Allach gezogen ist. Dass die Kultkneipe auch am Rande der Stadt lebt, liegt vor allem an den Gästen.

München - Ahnungslose Rock’n’Roll-Fans würden wahrscheinlich denken, sie hätten sich in der Tür geirrt. Wer sich als Podiums-Neuling an diesem Abend auf dem Weg zum Konzert der „Thunderbirds“ gemacht hat, erlebt erst einmal eine, sagen wir, Überraschung. An der Kasse vorbei öffnet sich hinter der weißen Flügeltür ein sonnengelber Raum im Jugendstil. Und an den Wänden: Hirschgeweihe, wohin man sieht. Dazu ein Kronleuchter, der in Bezug auf seine Größe seinesgleichen sucht. Doch genau hier ist das Publikum richtig. Hier ist seit einem guten halben Jahr die neue Heimat des Schwabinger Podiums, der Rock-Kultkneipe, die von einem Spekulanten aus ihrem alten Quartier an der Wagnerstraße gedrängt worden ist.

Das neue Podium in der Gaststätte Schießstätte in Allach (Servetstraße 1) bietet seit Frühjahr dieses Jahres den Klischees die Stirn. Der Ton macht die Musik und die Menschen die Atmosphäre – das ist das Credo von Wirtin Renate Vogel und Sohn Michael. Rock’n’Roll in einem sonnengelben Saal ist für die Podiumsfamilie kein Problem, ganz im Gegenteil. Die Sommerpause ist vorbei, nun können sich hier wieder jedes Wochenende Besucher über Live-Musik aus unterschiedlichen Genres freuen.

Wirtin Renate Vogel und Sohn Michael freuen sich, dass so viele Stammkunden ihnen gefolgt sind.

„Am Anfang waren alle völlig skeptisch, aber mittlerweile läuft es spitze“, sagt Michael Vogel. „Uns kam es schon immer auf das Miteinander an und so sind alle unsere Stammgäste eben einfach mit uns umgezogen“, erklärt er. Zum Beispiel die „Thunderbirds“, die Band des heutigen Abends, die schon seit 35 Jahren mit den Vogels Rock’n’Roll macht. „Das Beisammensein, die freundschaftliche Atmosphäre – das ist es, was die Seele des Podiums ausgemacht hat und auch heute noch ausmacht“, sagt Wirtin Renate Vogel. Und diese Seele sei nun eben in der Schießstätte in Allach zu Hause.

Lesen Sie hier: Appell des Kabarettisten Wolff - „Bitte rettet das alte Schwabing“

Wenn die Kellner durch die Reihen gehen und die Gäste nach ihrem Getränkewunsch fragen, ist es beinahe so, als würden Gastgeber ihren Freunden erklären, was heute alles im Kühlschrank steht. Die Atmosphäre ist echt, authentisch, herzlich. Viele der Gäste sind eingefleischtes Podiumsurgestein. So auch Marianne und Reinhold Kemmer, beide 68 Jahre alt. Sie kommen „seit 40 Jahren zum Genießen und Tanzen ins Podium“. Das neue Quartier, so räumen sie ein, sei anfangs noch ungewohnt gewesen. „Das alte Podium war so heimelig, es war unser Wohnzimmer“, sagt Reinhold Kemmer. Früher ließ er keine Woche ohne einen Besuch im Podium verstreichen. Aber die Kemmers wollen ihre Zeit nicht damit vergeuden, dem Alten nachzutrauern. „Es sind immer noch all die bekannten Gesichter hier, das macht es für uns aus. Und geht die Musik erst mal los, dann ist alles beim Alten“, sagt Marianne lachend.

„Wir kommen seit 40 Jahren zum Genießen und Tanzen ins Podium“, sagen Marianne und Reinhold Kemmer.

Neben den Stammgästen finden seit dem Umzug auch einige neue Gesichter den Weg ins Podium. „Es freut uns sehr, dass viele aus der Umgebung auch reinschauen. Wir haben alle zusammen eine gute Zeit“, jubelt Wirt Michael Vogel.

„Na dann, pack mers!“, ruft Peter Selvermoser von den „Thunderbirds“ in den Saal und greift in die Saiten. Keine zwei Minuten später sind die ersten Gäste auf der Tanzfläche. „Baby you can drive my car“ singen die Rock’n’Roller. Mit ganzem Körpereinsatz grooven die Tänzer zu dem alten Beatles-Song. Lässt man sich von der Musik treiben, so ist alles wie immer: Ein paar gute Freunde haben einen tollen Abend in ihrem neuen Wohnzimmer. Einem sonnengelben Saal in Allach.

Die nächsten Konzerte

im neuen Podium an der Servetstraße 1: Glam Revolution (2. Oktober), Unknown Stuntmen (6. Oktober), The Public (13. Oktober), Reload (14. Oktober). Einlass ist ab 18 Uhr, Konzertbeginn um 20 Uhr. Der Eintritt kostet jeweils 10 Euro.

von Sara della Malva

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Mein Allach/Untermenzing“.

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